Zalando Aktie – Neue Coronawelle? Neuer Ausbruch?

Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder deutlich an. Bisher ist Deutschland noch relativ verschont worden, was sich aber gerade zu ändern scheint.

Sollte auch der Hauptmarkt von Zalando wieder stärker betroffen sein, dürfte das den Berlinern zumindest mittelfristig weiter auf die Sprünge helfen.

Seit September hat Zalando aber wieder nach oben gedreht, am 3. September ein lokales Hoch bei 78,08 Euro markiert, seither konsolidiert (mit Ausbildung einer neuen Darvas-Box) und könnte nun unmittelbar vor einem neuerlichen Ausbruch und damit einem neuerlichen Kaufsignal stehen.

Das Management hat sich vor kurzem auf der Baader Investment Conference präsentiert und erntete danach viel Lob von den Analysten.

Es zeige sich immer mehr, dass Zalando zu den Gewinnern der Krise zähle, hieß es darin. Man sei sich sicher, dass der deutsche E-Commerce-Shooting-Star seine Ziele, egal ob kurz- oder mittelfristig, packe.

Immer mehr Kunden kauften online ein, das merke Zalando bei seinen Zahlen. Für das dritte Quartal rechnen die Baader-Analysten ebenfalls mit einer positiven Überraschung. Sie gehen von einem Umsatzplus von 20 Prozent aus und das bereinigte EBIT (also der Gewinn vor Zinsen und Steuern) soll gar von 6,3 auf satte 40 Millionen Euro steigen.

zalando aktienkurs

Ab sofort können deutsche Kunden über die Plattform neuwertige gebrauchte Mode kaufen sowie eigene Second-Hand Kleidungsstücke gegen eine Gutschrift eintauschen.

Ab Oktober soll dies auch in Belgien, Frankreich, Polen und den Niederlanden möglich sein. “Das Interesse für pre-owned Mode ist hoch und steigt kontinuierlich”, begründete Zalando-Manager Torben Hansen den Einstieg in dieses Geschäft.

Die Baader-Analysten haben schon länger ein Kursziel von 85 Euro, wobei so etwas immer nur bedingt aussagekräftig ist, weil die Analysten sich hier immer sehr am jeweils aktuellen Kurs der Aktie orientieren.

Plattformgeschäftsmodell

Was mir besonders an Zalando gefällt ist das Plattformgeschäftsmodell des Unternehmens:

Die großen Gewinner der Digitalisierung sind Firmen, die auf eigenen Plattformen Hersteller, Dienstleister, Werbetreibende und Kunden miteinander in Kontakt bringen.

Vereinfacht gesagt multiplizieren diese Firmen ihr Geschäft über die eigene Plattform. Sie verdienen am Geschäft der anderen mit.

Die Vertriebschefin von Zalando, Belen Sienknecht, sagt sogar: „Wir haben quasi den Zwang, uns zur Plattform zu entwickeln. Plattformen sind die Zukunft und Kunden möchten über einen einzigen Zugang möglichst viel an Mode einkaufen – über alle Marken, Warengruppen und Preispunkte hinweg.“

Das ursprüngliche Modell der Berliner, Kleidung bei Markenherstellern einzukaufen und dafür auf eigene Rechnung weiter zu verkaufen, reicht dafür nicht mehr aus.

Inzwischen erreicht Zalando mehr als 1000 Marken im Partnerprogramm. Von diesen Partnerunternehmen erhält das deutsche E-Commerce-Aushängeschild eine umsatzbezogene Provision für jeden vermittelten Einkauf.

Um mehr zu verdienen bietet man zusätzliche Dienstleistungen an:

Man will für die externen Marken das Marketing und die Logistik übernehmen. Zudem sollen bis 2023 70% der Bestellungen über die eigene Warenlogistik-Tochter Zalando Fullfilment Solutions abgewickelt werden.

Das ähnelt sehr den Vorbildern Amazon und Shopify. Hinzu kommt die Expansion in neue Bereiche (Schuhe –>Mode –>Mode & Beauty).

Fazit:

Zalando wird ähnlich wie Amazon immer größer, dominanter und vielfältiger. Die Bewertung ist hoch, aber die Aussichten glänzend. Ein Kauf könnte für langfristige Anleger interessant sein.