Wirtschaftswachstum – Wie werden Finanzmärkte eigentlich bewertet?

Wirtschaftswachstum

Das Magische Viereck

Der Wirtschaftskreislauf und die Konjunktur wird nach der Auslastung der Produktionskapazitäten einer Volkswirtschaft bewertet.

Der Staat kann in Form von gesetzlichen Regelungen wirtschaftspolitische Maßnahmen ergreifen, um Konjunkturschwankungen abzuschwächen mit dem primären Ziel, ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht herzustellen oder aber zu sichern.

Doch nicht nur der Staat sollte wissen, in welcher Form agiert werden muss.

Deshalb ist es generell erforderlich, die Märkte zu bewerten. Hierzu sind verschiedene Bewertungsfaktoren hilfreich. In Anlehnung an das sogenannte „Magische Viereck“ sind dies im Einzelnen.

Stabilität des Preisniveaus

Die Preisstabilität ist der Faktor, der darüber Auskunft gibt, wie stabil der Wert des Geldes ist (Inflation/Deflation).

Bleibt dieser Wert stabil, kostet ein Liter Milch morgen genauso viel wie heute, gestern oder vor einem Jahr.

Da dies eher unwahrscheinlich ist, wird das Preisniveau mithilfe von Preisindizes ermittelt.

Früher wurde der ermittelte Durchschnittswert für die Lebenshaltung (4-Personen Haushalt mit mittlerem Einkommen) vom Statistischen Bundesamt ermittelt und als Preisindex bezeichnet, seit dem Jahre 2000 heißt er Verbraucherpreisindex.

Verbraucherpreisindex

Obwohl dieser Index von verschiedenen Faktoren abhängig ist (Änderung des Konsums Verhalten), zeigt folgendes Beispiel die unstete Entwicklung der Preise.

Der sogenannte Warenkorb kostete im Jahre 1962 rechnerisch 28,70 Euro, im Jahre 2005 bereits 100 Euro.

Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindexes, die jährlich gemessen wird, nennt man Inflationsrate.

Solange die Preise stabil bleiben oder zumindest proportional zu den Einkommen steigen, funktioniert eine Marktwirtschaft und damit die Erhaltung der Geldsicherung und des sozialen Friedens.

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Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum

Ruckartig Veränderungen können wie auf hoher See zum Kentern des Schiffes führen, das Konjunktur heißt.

Deshalb sollte die Konjunkturkurve und damit das Wirtschaftswachstum bestenfalls „geschmeidig“ verlaufen. Da ein Wachstum nicht immer nur positiv sein kann, sondern auch Talfahrten beinhaltet, ist eine stetige und angemessene Entwicklung in jedem Fall ein Garant dafür, dass sich die Märkte und ihre Beteiligten auf die jeweilige Situation besser einstellen können.

Das Gegenteil davon wird in der Finanzwelt synonym als „Black Friday“ bezeichnet.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Der Indikator für das Wirtschaftswachstum ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Bleibt das BIP in Deutschland bei vier Prozent stabil, bleibt das Wirtschaftswachstum konstant (Idealzustand).

Man unterscheidet zwischen realem, extensivem, intensivem, absolutem und relativem Wirtschaftswachstum.

Dies sind komplexe Berechnungsverfahren, die im Allgemeinen aussagen, dass ein Wachstum des BIP nicht zwangsläufig mehr Wohlstand bedeuten muss.

Wenn ein Privathaushalt beispielsweise ein höheres Einkommen zur Verfügung hat, finanziert er davon die Sanierung der Heizungsanlage oder schafft eine neue Waschmaschine an.

Moderne Industrienationen investieren bei einem positiven Wirtschaftswachstum die freien Mittel gegeben Falls in den Umweltschutz, was auch als qualitatives Wirtschaftswachstum bezeichnet wird, das dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgt.

Es gibt verschiedene Modelle der Wachstumstheorie in der Volkswirtschaftslehre, die sich mit den Ursachen des Wirtschaftswachstums befassen.

Die drei bekanntesten sind das:

„Stetig“ bedeutet also Vermeidung von zu starken Konjunkturschwankungen, um zu hohe Kosten für die Über- und Unterauslastung von Produktionskapazitäten zu vermeiden.

„Angemessen“ wiederum beinhaltet eine gewisse Ausgewogenheit zwischen Wachstumsgewinnern- und Verlierern, zwischen Reich und Arm.

Hoher Beschäftigungsgrad

Das Ziel einer Gesellschaft ist danach zu streben, so viele Erwerbstätige wie möglich zu haben.

Das erhöht das Durchschnittseinkommen, damit die Nachfrage auf den Märkten sowie Steuereinnahmen steigen. Es senkt andererseits die Ausgaben des Staates für Sozialleistungen.

Gemessen wird der Grad der Beschäftigung mithilfe der Arbeitslosenquote (Indikator).

Aufgrund des rasanten Wachstums in der Nachkriegszeit herrschte in den 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland Vollbeschäftigung, was den Idealzustand darstellt (unter drei Prozent).

Eine 100%ige Beschäftigung kann es im Übrigen schon deshalb nicht geben, da saisonale Arbeitskräfte jederzeit auf dem Markt frei verfügbar sein müssen.

Wäre also jeder Erwerbsfähige beschäftigt, könnten Arbeitskräfteengpässe nicht ausgeglichen werden.

Eine niedrige Arbeitslosenquote garantiert allerdings ebenfalls ein hohes Produktionsniveau des sogenannten Humankapitals.

Das bedeutet im Umkehrschluss:

Wer über Jahre nicht gearbeitet hat, kann trotz hervorragender Ausbildung seinen Beruf weniger gut ausüben als jemand, der permanent beschäftigt war.

Konjunkturschwankungen

Neben dem Preisniveau und dem Wirtschaftswachstum ist auch der Beschäftigungsgrad konjunktureller Schwankungen unterlegen.

Anfang 2015 betrug nach Angaben der Statista GmbH die Anzahl der Arbeitslosen in Deutschland beispielsweise 2,79 Millionen. 2020 bei 2,7 Millionen.

Je höher die Quote der Arbeitslosigkeit bzw. je geringer der Grad der Beschäftigung ist, desto weniger Einnahmen hat der Staat und umso höher sind Ausgaben aus dem Staatshaushalt für Sozialleistungen.

Da öffentliche Haushalte nach dem Prinzip der Umverteilung funktionieren, steigen bei einer hohen Arbeitslosenquote schlimmstenfalls auch die Lohnnebenkosten (Sozialversicherung; Lohnsteuer) derer, die noch beschäftigt sind.

Ein weiterer negativer Aspekt ist die Schwarzarbeit, die zwar einen gewissen volkswirtschaftlichen Nutzen (Konsum) mit sich bringt, jedoch gesamtwirtschaftlich jedes Jahr einen großen Schaden anrichtet.

Auswirtschaftliches Gleichgewicht

So wie ein harmonischer Gleichklang von Angebot und Nachfrage einen starken Markt symbolisiert, ist das Gleichgewicht zwischen Exporten und Importen für eine funktionierende Volkswirtschaft unabdingbar.

Natürlich zeugt ein hohes Exportvolumen von einer ausgezeichneten Qualität der Waren und Dienstleistungen eines Landes, während eine steigende Importquote eher für eine schwache Volkswirtschaft spricht.

Der globale Handel macht es heute möglich, dass sich ein Staat wirtschaftlich spezialisieren kann .

Um aber die Handelsbilanz stabil zu halten, ist die Ausgewogenheit von Import und Export essentiell.

Einfach ausgedrückt: Ein Land kann nicht nur bei seinem Nachbarn kaufen, sondern muss auch an diese verkaufen, um Geld zu verdienen.

Handelsbilanz und Außenbeitragsquote

Der Indikator für das außenwirtschaftliche Gleichgewicht (Handelsbilanz) ist die Außenbeitragsquote, welche sich aus dem Anteil des Außenhandelsvolumen gemessen am BIP einer Volkswirtschaft bemisst.

Auch hier gibt es einen Idealzustand, der vorliegt, wenn im selben Zeitraum die Summe des finanziellen Wertes der Importe (Zahlungsausgänge) genauso hoch ist wie die Summe der Exporte (Zahlungseingänge) eines Landes.

Auch wenn dieser Idealfall das Ziel einer Volkswirtschaft darstellt, so kommt es doch in der Realität kaum vor.

Jedoch darf bei einem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht die Außenbeitragsquote den Wert von 1,5 nicht übersteigen.

Der demographische Wandel hat gerade in Deutschland ab 2015 gravierende Auswirkungen auf die Volkswirtschaft:

Die „Babyboomer“ gehen in Rente.

Demografischer Wandel in Deutschland

Grundsätzlich ist es natürlich wünschenswert, dass wir durch den medizinischen Fortschritt im Alter gesünder sind und damit länger leben.

Allerdings gibt es weder in der Wirtschaft noch in der Politik Erfahrungswerte, wie mit dieser Entwicklung der Altersstruktur in der Bevölkerung umgegangen werden soll.

Während in den 1950er Jahren jede Frau durchschnittlich 2,1 Kinder zur Welt brachte, liegt die Geburtenrate heute nur noch bei 1,4 – Tendenz fallend.

Und obwohl die „Alten“ immer älter werden, ist dennoch absehbar, dass die Bevölkerungszahl von derzeit 83 Millionen Menschen bis zum Jahr 2050 auf 75 Millionen zurückgehen wird.

Diesen Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamt liegt allerdings eine Netto-Zuwanderung von 200.000 Personen zugrunde. Sinkt diese Zahl, wird auch die Einwohnerzahl in Deutschland noch weiter zurückgehen.

Verhältnis zwischen Alt und Jung

Unabhängig davon wird sich das Verhältnis zwischen Alten und Jungen stark verändern und die Zahl der Erwerbsfähigen auf ein historisches Tief sinken.

Gerade die sozialen Sicherungssysteme werden in den kommenden Jahren unter der Bevölkerungsentwicklung leiden.

Bis zum Jahr 2050 werden hundert Beitragszahler achtzig Rentenempfänger finanzieren müssen.

Aber auch dem Arbeitsmarkt stehen perspektivisch weniger Erwerbsfähige zur Verfügung.

Man muss also kein Mathematik Genie sein, um die Konsequenzen dieses kollabierenden Systems zu erkennen.

Die Folgen für das Wirtschaftswachstums sind ebenfalls immens, wenn die Zahl der Arbeitskräfte, die seit den 199ern stagniert, nunmehr sinkt.

Auch wenn das sogenannte Produktionskapital gleich bleibt, kann in diesem Fall das Wirtschaftswachstum nur noch über den technischen Fortschritt erzielt werden.

Werden hier perspektivisch nicht die notwendigen Investitionen getätigt, hat das fatale Auswirkungen auf die öknonomische Entwicklung.

Deutschland wird dann mit den weitaus jüngeren Staaten (Frankreich, Indien, China) kaum noch mithalten können.

Deshalb sind hier Innovationen und grundlegende Veränderungen existenziell.

Einige zwingend notwendige Entscheidungen wurden auf politischer Ebene bereits getroffen oder befinden sich im Gesetzgebungsverfahren.

Hierzu zählen die Anhebung des Renteneintrittsalters sowie die Verringerung der Ausbildungs- und Studienzeiten und damit die Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

Aber auch Anreize, mehr Frauen in das Berufsleben zu bringen, tragen zur Entschärfung der Folgen des demografischen Wandels bei.

Eine dritte Möglichkeit bildet die Reformierung der Zuwanderungspolitik, gerade und vor allem im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel.

Grundsätzlich ist aber eine moderne Familien- und Regionalpolitik ausschlaggebend für eine gesunde Altersstruktur der Bevölkerung. Nur wenn die Geburtenrate steigt und die Abwanderung aus ländlichen Regionen zurückgeht, kann mittel- und langfristig ein flächendeckendes Wirtschaftswachstum aufrechterhalten werden.

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Veränderung des Anlegerverhalten

Der demografische Wandel hat aber auch starke Auswirkungen auf die Kapitalanlagen.

Bereits heute zeigen sich Trends, die nicht zuletzt auf das Verhalten der immer älter werdenden Anleger zurückgehen.

Aktien sind zu teuer, da die risikofreudigen Anleger fehlen.

Das schmälert die Rendite, obwohl die Unternehmen größtenteils hervorragende Bewertungen vorweisen können. Auch die Aktienmärkte in den USA oder Japan belegen dies.

Der Nikkei-Index befindet sich auf dem Niveau der 1980er Jahre. Ohne Wertentwicklung können keine Erträge erzielt werden.

Ältere Menschen neigen eben dazu, ihr Geld sicher anzulegen.

Doch wer alternativ eine werterhaltende Rendite beispielsweise beim Bundesschatzbrief sucht, der sucht vergebens.

Staatsanleihen bringen schon allein durch die hohe Staatsverschuldung nur niedrige bis gar keine Zinsen. Die Entwicklung wird sich in den nächsten Jahre noch verschärfen, und zwar nicht nur in Europa und den USA, sondern auch in Japan und China. Attraktive Lösungen sind gefragt.

Bruttoinlandsprodukt als Einflussfaktor auf Kapitalanlagen

Der globale Trend während der Finanzkrise hieß: Sparen – sowohl in den privaten als auch in den öffentlichen Haushalten.

In dieser Zeit war beispielsweise eine hohe Nachfrage an Gold zu erkennen.

Es wurde bereits erwähnt, dass ein mangelndes Vertrauen in den Wert des Geldes das Verhalten der Anleger verunsichert, die in Krisenzeiten eher in bestimmte Sachanlagen investieren.

Der Goldpreis erreichte 2010 seinen höchsten Stand seit der zweiten Ölkrise 1980. Grundsätzlich ist zu erkennen, dass Konjunktur und Wachstum in unmittelbarem Zusammenhang mit Investitionen in Wertpapiere und Sachanlagen stehen.

Ein starkes Wirtschaftswachstum ist allerdings noch keine Garantie für florierende Kapitalmärkte.

So ist beispielsweise die Risikobereitschaft der Anleger in den letzten Jahren merklich gesunken.

Das Deutsche Aktieninstitut hat ermittelt, dass die Zahl der Aktionäre in Deutschland von über sechs Millionen im Jahr 2000 auf 3,4 Millionen zurückgegangen ist.

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Politische Stabilität als Einflussfaktor auf Kapitalanlagen

Je stabiler die politische Lage, desto sicherer kann geplant werden.

Hierbei spielen die politischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Nur wenn eine Rechtsprechung zuverlässig und unabhängig ist und eine Marktwirtschaft sich frei entfalten kann, werden sich wirtschaftliche Aktivitäten und damit die Investitionsbereitschaft positiv entwickeln.

Staatliche Willkür und über regulierte Märkte wirken sich hingegen negativ auf eine Volkswirtschaft und damit auf die Kapitalanlagen aus.

Besteht die Gefahr, dass eine Regierung nicht verfassungskonforme Gesetze erlässt oder gar gewaltsam entmachtet wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit der längerfristigen Investitionsplanung.

Niemand wird in eine Zukunft investieren, in der Terror, Gewalt, und Korruption die Macht übernehmen.

Rechtsstaatlichkeit, also die Qualität und Transparenz der Eigentumsrechte, Gerichtbarkeit, Korruptionskontrolle sowie die Einhaltung von Verträgen misst den Grad des Vertrauen.

Aber auch Handelshemmnisse und Investitionsfreiheit sind ausschlaggebend, in welchem Maße Güter und Dienstleistungen exportiert und importier werden.

In diesem Zusammenhang tauchte in den letzten Jahren der Begriff „Good Governance“ auf.

Hierbei handelt es sich nicht ausschließlich um die Definition einer verantwortungsvollen Regierungsführung eines Staates, sondern vielmehr um das Verhältnis zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren.

Es geht um das Zusammenspiel von politischen Entscheidungen, deren Umsetzung und Einhaltung mit dem gemeinsames Ziel der erfolgreichen Entwicklung einer ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungsfähigkeit verbunden ist.

Fabian Beining Investmentberatung

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