Trump oder Biden? Diese Aktien profitieren! Spezial-Report

Trump oder Biden?

Was die US-Wahl für den Aktienmarkt bedeutet und welche Aktien vom Wahlsieg der jeweiligen Kandidaten profitieren.

Am 3. November wählen die Amerikaner einen neuen Präsidenten und dieses Ereignis wirft seine Schatten voraus.

Denn es geht viel mehr als um die Frage, ob Trump oder Biden Präsident wird und für welche Politik sie stehen.

Im Raum stehen gleich mehrere schwerwiegende Fragen:

  • wie schmutzig der Wahlkampf wird?
  • wie sehr er das Land weiter spaltet?
  • ob die Wahl angefochten wird?
  • und ob Trump bei einer Niederlage überhaupt bereit ist, seinen Posten zu räumen?

Die Unsicherheit über diese Fragen beeinträchtigt auch die Börsen.

Und das hängt auch mit dem speziellen Wahlsystem der USA zusammen.

Von Wahlmännern und Swing-Staates

In den USA gewinnt nicht der Kandidat mit den meisten Stimmen, sondern der mit den meisten Wahlmännern.

Jeder Bundesstaat entsendet eine bestimmte Anzahl von ihnen in das Wahlmännerkollegium („Electoral College“), das dann den Präsidenten wählt. Und der Gewinner in einem Bundesstaat erhält dessen sämtliche Wahlmänner.

Die Anzahl der Wahlmänner eines Staates bemisst sich in etwa nach seiner Einwohnerzahl.

Vermont entsendet drei Wahlmänner, Kalifornien 55.

Bei der Wahl 2016 bekam Hillary Clinton drei Millionen mehr Stimmen, aber Donald Trump gewann die entscheidenden Bundesstaaten und bekam daher die Mehrheit der Wahlmänner und gewann so die Wahl. In vielen Bundesstaaten steht der Gewinner ziemlich sicher fest.

Die Republikaner dominieren den Süden und den Mittleren Westen, während die Demokraten in den dicht besiedelten Küstenregionen und im Nordosten (New England) stark sind.

Trump oder Biden: Wer ist besser für die Börse?

Daher konzentrieren sich die Kandidaten auf die unentschlossenen Staaten, die sogenannten Swing-Staates. Der Sieger benötigt 270 Wahlmännerstimmen.

Biden führt die Umfragen deutlich an und ihm werden 188 Wahlmännerstimmen als sicher zugerechnet, während Trump auf 76 kommt.

Beide versuchen daher, ihre Wähler zu mobilisieren und mit ihren Themen zu punkten oder den anderen in Misskredit zu bringen. Doch Wahlkampfgetöse wird später selten reale Politik.

Denn der Präsident braucht die Unterstützung des Senats.

Und nur selten kommen die Mehrheiten in beiden Senatskammern und der Präsident aus derselben Partei. Es ist also immer auch Kompromissfähigkeit gefragt.

Dennoch lassen sich Favoriten-Branchen für Biden und Trump ausmachen und aussichtsreiche Aktien.

So steht Trump für

  • steigende Militärausgaben,
  • fossile Energieträger,
  • die Abschaffung der staatlichen Krankenversicherung.

Seine rigorose Amerika-First-Politik löste weltweit Handelskonflikte aus, vor allem mit China.

Biden hingegen setzt auf einen „Green Deal“ und möchte die Infrastruktur erneuern. Mit Russland dürfte es Konfrontationen geben, ansonsten wieder verstärkte internationale Zusammenarbeit.

Mein Zwischenfazit:

Im Vorfeld der Wahl ist die Verunsicherung groß, ebenso das Wahlkampfgetöse.

Nach der Wahl beruhigt sich alles wieder und wenn die neue Regierung ihre Arbeit aufnimmt, werden ihre Schwerpunkte sichtbar. Vorher beruhen die Prognosen nicht zuletzt auf Spekulationen und Wahrscheinlichkeiten.

Die Unternehmen werden sich anpassen und versuchen, negative Einflüsse zu verringern und die sich bietenden Chancen bestmöglich zu nutzen.

Es gilt auch hier die Börsenweisheit, dass politische Börsen kurze Beine haben.

Und das gilt in einer globalisierten Welt noch viel mehr als in früheren Zeiten. Langfristige Anlageentscheidungen sollten daher nicht nur auf Wahlergebnissen basieren.

Aktienkurse werden von der Gewinnentwicklung der Unternehmen getrieben, daher sollten die fundamentalen Aussichten im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

Kurz- und mittelfristig können einzelne Aktien allerdings durchaus davon profitieren, wenn Politiker A oder Politiker B ans Ruder kommt. Vor diesem Hintergrund sind auch unsere nun folgenden Analysen von „Trump-“ und „Biden-“Aktien zu sehen.

Biden-Aktie 1: Nextera Energy

Das Energieversorgungsunternehmen aus Florida hat zwei Sparten:

Florida Power & Light ist ein reguliertes Energieversorgungsunternehmen, das mehr als fünf Millionen Menschen in Florida mit Strom versorgt, und NextEra Energy Resources ist der weltweit größter Produzent erneuerbarer Energie.

Es ist in 30 US Bundesstaaten und Kanada aktiv.

Nextera energy Aktie

Um dem Klimawandel wirkungsvoll entgegentreten zu können, reicht es nicht, wenn die Menschen aktiv ihr Verhalten ändern. Es muss ihnen auch passiv leicht gemacht werden, zum Beispiel, indem Stromversorger dazu gedrängt werden, nur noch Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen.

Der Stromkunde muss dann gar nicht mehr dazu gebracht werden, die richtige Entscheidung zu treffen – er bezieht immer Ökostrom.

Je früher die Energiekonzerne umschwenken, desto größer ihre langfristigen Erfolgsaussichten.

Wer (zu) lange wartet, wird unter viel größerem Druck hinterherhecheln müssen und aus einer Position der Schwäche heraus verlorenes Terrain wieder gutzumachen, ist schwierig und sehr kostspielig.

NextEra Energy ist hier bereits führend und wird zu den großen Gewinnern von Bidens Umweltpolitik zählen.

Biden-Aktie 2: Tesla

Tesla wird als Autokonzern wahrgenommen und ist inzwischen der mit Abstand wertvollste der Branche.

Die Tesla-Aktie ist in einem Jahr über 500% gestiegen.

Dabei sind die Elektrofahrzeuge nur das Aushängeschild, die wirkliche Innovation steckt in Teslas Batterien und seiner Speichertechnologie.

Teslas Ziel ist eine Batterie, die eine Million Meilen durchhält.

Häufige Ladezyklen sind dann kein Problem mehr und die Elektrofahrzeuge könnten dann auch über Nacht zum Stromspeicher werden, der Strom also in beide Richtungen fließen.

Ebenso möchte Tesla den Strom in die Häuser bringen und dort das Beheizen mit Gas ersetzen.

Dazu benötigt man haltbare und leistungsstarke Speicher und dezentrale Stromerzeugung, wie sie sich Tesla mit seinen Solardachziegeln vorstellt. Auch das deutsche Unternehmen Kraftblock arbeitet an dieser Technologie.

Das Unternehmen Kraftblock arbeitet an der Speicherung von Enegergie

Tesla ist innovativ und steckt alles Geld in Forschung und Entwicklung. Operative Gewinne bleiben so nicht übrig.

Also müssen es staatliche Zuschüsse richten und die Einnahmen aus CO2-Zertifikaten.

Diese machen fossile Energieerzeugung und Produktionsweisen teuer, während sie klimaneutrale Akteure unterstützt.

Ein Trend, der sich unter Biden noch verstärken und Tesla noch mehr Rückenwind geben dürfte.

Für diejenigen von euch, die sich für nachhaltige Investments interessieren haben ich erst vor kurzem einen Artikel geschrieben. (Hier geht es zu nachhaltigen Investments)

Biden-Aktie 3: American Water Works

Joe Biden erklärt, er wolle die Investitionen in die Trink- und Abwasserversorgungsinfrastruktur deutlich erhöhen.

American Water Works ist der größte Anbieter in diesem Sektor in den USA und wächst nicht zuletzt durch die Übernahme kleiner öffentlich-rechtlicher Wasserversorger.

In den nächsten zehn Jahren möchte American Water Works 22 Milliarden Dollar in den Ausbau der Wasserinfrastruktur investieren und würde damit von zusätzlichen Hilfen oder Förderprogrammen enorm profitieren.

American Water Works Aktie

Denn es werden zumeist marode Netze übernommen, die jahrzehntelang vernachlässigt wurden. Die höchsten Kosten verursachen daher auch Leckagen, durch die Millionen Liter von sauberem Trinkwasser im Boden versickern, ohne dass sie bei einem Verbraucher ertragswirksam abgerechnet werden könnten.

Im Hinblick auf immer häufiger auftretende Dürreperioden, das Absinken des Trinkwasserspiegels und zunehmendes Versiegen von Frischwasserquellen, stellt das Beheben der Leckagen in den Wasserleitungen nicht nur aus Kostengründen eine wichtige Maßnahme dar, sondern auch unter umwelt- und klimapolitischen Gesichtspunkten.

Trump-Aktie 1: Lockheed Martin

Trumps Außenpolitik hat weltweit für Verunsicherung gesorgt.

Von den NATO-Partnern fordert er eine Erhöhung der Militärausgaben, andere Länder drängt er, vor allem US-Militärtechnologie einzukaufen, wenn sie auf anderer Ebene Zugeständnisse der USA erzielen wollen.

Trump oder Biden?

Und die Handelskonflikte erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommen kann.

Die USA führen häufig Krieg.

In den letzten Jahrzehnten erzielten sie dabei immer zunächst Luftüberlegenheit, um später mit geringeren Verlusten einzumarschieren.

Dabei spielen seit 35 Jahren Tarnkappenbomber – und Jäger die maßgebliche Rolle, um die Luftverteidigung des Gegners auszuschalten.

Ob im Irak oder in Afghanistan, es waren B2-Stealth-Langstreckenbomber von Northrop, die strategische Ziele ausschalteten und für taktische Ziele kamen die A117 „Nighthawk“ Tarnkappenbomber von Lockheed zum Einsatz.

Je technologischer die Kriegsführung wird, umso wichtiger die Stealthtechnologie.

Lockheed baut den neuen F35-Tarnkappenjäger, den sowohl Navy, Airforce als auch Marines im Einsatz haben.

Und der steht bei vielen US-Verbündeten auf der Einkaufsliste. Lockheed bleibt daher eine ziemlich sichere Trump-Wette.

Trump-Aktie 2: Intuit

Wenn es eine Konstante in der Politik gibt, dann die, dass die Steuergesetze immer komplizierter werden.

Trump hat als Präsident die Steuern zwar gesenkt, besonders stark aber nur für die Unternehmen und Reichen, weniger stark für Normalbürger und Arme.

Und auch Corona brachte Veränderungen mit sich.

So wurden Steuerfristen verschoben, Änderungen durchgepeitscht, Steuerhilfen und Direktzuschüsse gewährt.

Für Bürger und Unternehmen gab es in dieser Zeit viele Änderungen und neue Regelungen, bei denen man schon einmal den Überblick verlieren kann. Hinzu kommt, dass es in den USA keine gesetzliche Rente gibt, sondern jeder für sich selbst vorsorgen muss.

Zumeist wird dies über steuerlich begünstigte Sparpläne bewerkstelligt, die sogenannten 401(k)-Pläne. Doch auch die müssen verwaltet und korrekt behandelt werden.

Intuit ist hier mit seinen Softwarelösungen der führende Anbieter für Steuer und Finanzen, sowohl für Privatleute als auch Steuerberater und Unternehmen.

Intuit Aktie Kursverlauf

Von Trumps spontanem Aktionismus, auch bei Steuerentscheidungen, kann die Aktie bei seinem Wahlsieg nur weiter profitieren.

Trump-Aktie 3: Twitter

Trump wäre ohne Twitter kaum denkbar.

Teilweise im Minutentakt haut er neue Tweets raus, weil er über dieses Medium wie über kein anderes seine Botschaften in die Welt streuen kann.

Twitter Aktie Kurs

Ungefiltert, jedenfalls bis vor einiger Zeit.

Inzwischen zensiert Twitter allzu offensichtliche Lügen, Halbwahrheiten oder Hasstiraden, was Donald Trump dann zusätzlich auf die Palme bringt.

Das sorgt für Interesse, für Medienpräsenz, sowohl von Trump als auch von Twitter.

Denn über kein anderes Medium wird von anderen so häufig berichtet, wie über Twitter und die Trump-Tweets.

Auch andere Präsidenten nutzen soziale Medien, aber nicht in diesem Umfang und dieser Art und Weise.

Für Twitter ist das kostenlose Werbung und sorgt für stetig steigende Nutzerzahlen. „Spleepy Joe“, wie Trump Biden nennt, wäre hier beinahe schon geschäftsschädigend.

Obwohl Twitter bisher noch gar nicht so richtig Geld verdient an seiner Nutzerschar.

Aber daran arbeitet man und will seine Dienste künftig viel besser monetarisieren.

Solange Action und Krawall stattfinden, ist das gut für Twitter. Und genau dafür steht Trump.

Eine fast schon symbiotische Beziehung…

Mehr solcher spannender Analysen findest du auf meinem Blog!