Trend-Aktien: Der beste Weg, um Trend-Aktien zu finden

Es gibt mehrere Möglichkeiten Trend-Aktien im Aufwärtstrend ausfindig zu machen. Dabei musst Du zunächst nur ein Kriterium beachten: Kurs notiert auf bzw. in der Nähe des 52-Wochen-Hochs. Bei mehr als 100.000 Aktien weltweit stellt dies jedoch kein leichtes Unterfangen dar. Die Optionen wären:

Praxis-Beispiel: Wir sind bei unseren Screenings auf den Food Technology-Spezialisten John Bean gestoßen.

Die Firma scheint fundamental gut dazustehen und auch der Chart der letzten 52 Wochen weist einen sehr schönen, gleichmäßigen Anstieg auf.

Wir beschließen die Aktien weiter zu untersuchen. Hierbei spielen zehn Kriterien eine gewichtige Rolle!

01. Die Aktie notiert auf oder in der Nähe eines 52-Wochen oder sogar Allzeit-Hochs

Grund: Hierbei handelt es sich um das mit Abstand wichtigste Kriterium. Es gibt nur wenige Gesetze an der Börse.

Einsteiger-Tipp!
Allzeitcharts zu deutschen und amerikanischen Aktien fndest Du kostenlos im Internet unter www.bigcharts.com

Dazu gehören mit Sicherheit die rückgekoppelte Wirkung von Trendverläufen, sowie die zeitliche Dominanz von relativer Stärke und Schwäche.

Kaufe keine Aktien, die niemand haben will, sondern kaufe die Titel, auf die sich das große Kapital konzentriert.

Die Begründung ist einleuchtend:

Markiert eine Aktie neue Hochs existieren keine charttechnischen Widerstandslinien mehr oder etwas bildhafter formuliert: es kommt kein Verkaufsdruck von Investoren, die steigende Kurse zum Glattstellen ihrer Verlustposition nutzen.

Als Privatanleger mache bitte nicht folgenden Fehler:

Kaufe keine Werte, die dem Gesamtmarkt hinterherhinken oder die ständig nur fallen. Du tust Dir keinen Gefallen damit.

Einsteiger-Tipp!
Meist fndest Du die Umsätze direkt unterhalb des Kursverlaufes (z.B. bigcharts.com). Ein deutlicher „Ausschlag“ im Vergleich zu den vorangegangenen Umsätzen bei steigenden Kursen ist sehr positiv

Die schlechte Entwicklung ist meist ein Hinweis darauf, dass irgend etwas nicht so läuft, wie es eigentlich laufen sollte.

Sollte die Aktie nicht auf Allzeithoch notieren, sollte in jedem Fall eine Notierung in der Nähe des 52-WochenHochs vorliegen.

02. Das Handelsvolumen hat in den letzten Tagen vor der geplanten Depot-Aufnahme deutlich zugenommen.

Grund: Typisch beim Ausbruch über alte Hochs ist eine damit einher gehende gesteigerte Handelsaktivität, d.h. es werden mehr Aktien nachgefragt.

Im optimalen Fall wird eine solche Erhöhung der Handelsaktivität ausgelöst durch positive fundamentale Nachrichten, wie beispielsweise eine Erhöhung der Gewinnprognosen.

Doch auch ohne positive News: Plötzlich anspringende Handelsumsätze bei steigenden Kursen sind oft ein Zeichen dafür, dass „gut informierte“ Kreise aus bestimmten Gründen Positionen beim entsprechenden Papier auf- bzw. ausbauen.

Die Auflösung für den Kursanstieg kommt häufig erst viel später.

Ein solcher Fall ist zum Beispiel die Aktie von Brau und Brunnen.

Das Papier stieg und stieg obwohl das operative Geschäft des Getränkeherstellers alles andere als optimal verlief.

Eine Möglichkeit war: Unternehmens Insider kaufen eigene Aktien, obwohl positive News noch gar nicht veröffentlicht wurden.

Auch das steigende Handelsvolumen ist deutlich erkennbar. Letztendlich wurde das Unternehmen aufgekauft.

Fazit: Folge den Insidern und dem großen Kapital!

03. Outperformance gegenüber der Benchmark gekoppelt mit guten News

80 Prozent aller Aktien performen mehr oder weniger wie die Benchmark, also der Vergleichsindex.

Um Aktien mit echter relativer Stärke zu filtern ist es daher wichtig, dass der Wert in den letzten Monaten nicht nur absolut, sondern auch im Vergleich zur Benchmark stärker gestiegen ist.

Einsteiger-Tipp!
Fundamentale Kennzahlen und den aktuellen Kurs fndest Du beispielsweise auf Marketscreener.com.

Vorgehen:

  1. Namen der Aktie in das Suchfeld eingeben
  2. In der Auswahlleiste “Financials“ auswählen
  3. Du erhältst einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen.

Eine Alternative speziell für amerikanische Werte fndest Du zum Beispiel auf Barchart.com:

Vorgehen:

  1. Namen der Aktie in das Suchfeld eingeben
  2. Aktie auswählen Im Bereich „Financials“ „Income Statement“ anklicken
  3. Umsätze und Gewinne ablesen.

04. Der Kursanstieg ist stetig erfolgt, es gab keine größeren Korrekturen.

Grund: Der Kursanstieg der Aktie sollte ohne große Drawdowns, also starke Korrekturen vom jeweiligen Zwischenhoch, vonstatten gegangen sein.

Damit wird sichergestellt, dass kein größerer Verkaufsdruck die Aktie belastet.

Zudem wird verhindert, dass man zu schnell ausgestoppt wird.

Zur Kontrolle des „regelkonformen Verhaltens“ einer Aktie verwenden einige Analysten die sogenannte „Kästchenmethode“.

Dabei werden regionale Hoch- und Tiefpunkte, die eine Aktie in einem bestimmten Zeitraum markiert hat, durch Kästchen hervorgehoben. So lässt sich besser erkennen, ob die Drawdown-Bedingung erfüllt ist.

Gleichzeitig entsteht ein Kaufsignal in dem Moment, in dem die Aktie ein Kästchen nach oben verlässt und damit ein neues All-TimeHigh markiert.

Wichtig: Der essentielle Stopp-Kurs sollte immer mit dem neuen Kästchen nachgezogen werden!

05. Ausbildung Darvas-Box

Darvas-Box ist der offizielle Name für die oben beschriebene Kästchenmethode.

Sie geht zurück auf den ungarischen Tänzer Nicolas Darvas, der in den 50er-Jahren mit dieser Methode aus etwas mehr als 10.000 US-Dollar über 2 Mio. US-Dollar ertradet hat.

Es wird vor einem Kauf überprüft, ob sich die betreffende Aktie in den letzten Handelstagen eine solche Kursbox ausgebildet hat.

Nur wenn das der Fall ist, wird bei einem Ausbruch auf ein neues Hoch ein Kaufsignal generiert.

Konkret muss die Aktie nach einem neuen Hoch ein lokales Tief ausbilden das dann an mindestens drei aufeinanderfolgenden Handelstagen nicht unterschritten werden darf. Gleichzeitig darf sie während diesen Handelstagen aber auch kein neues Hoch machen.

Einsteiger-Tipp!
Seien Sie „hellhörig“. Versuchen Sie neue Trends frühzeitig auszumachen. Beispielweise bewirkte die Äußerung des USPräsidenten Bush, 3,5 Mrd. USDollar an Forschungsmitteln für die Nanotechnologie bereitzustellen, einen mittelfrsitigen Aufschwung der Nanotech-Aktien. Wer hier schnell reagierte und die passenden Trend-Aktien kaufte, konnte schnelle Gewinne einfahren.

06. Das Unternehmen ist ein Profiteur der immer rasanter fortschreitenden Digitalisierung bzw. zumindest nicht negativ davon betroffen.

Grund: Was wir derzeit an den Aktienmärkten erleben ist absolut einmalig in der Geschichte.

Es bleibt angesichts der rasant fortschreitenden Digitalisierung kein Stein mehr auf dem anderen.

Gängige Anlageregeln stehen auf der Kippe.

Vereinfacht gesagt, spaltet sich der Aktienmarkt in zwei Teile: In Digitalisierungs-GEWINNER und DigitalisierungsVERLIERER!

Das Auswählen der GEWINNER-Aktien, wird entsprechend wichtiger denn je.

Wer auf die Digitalisierungs-VERLIERER setzt, ohne es zu merken, dem drohen hohe Verluste. Das Wichtigste, was Du inhaltlich verstehen musst, ist folgendes:

Die DIGITALISIERUNG verändert ALLES.

Und zwar in fast allen Branchen.

Das krasseste Beispiel ist der Erfolg von Netfix! Mit dem Streaming-Dominator konnten wir als Anleger in den vergangenen Jahren unfassbare Erfolge erzielen.

2009 notierte die Aktie im Tief noch bei 2,79 Euro, selbst 2012 gab es die Aktie kurz noch für unter 6 Euro. Heute kostet ein Stück 312 Euro. Der Kurs hat sich also in 10 Jahren mehr als ver100facht!

Deshalb untersuche ich jede Aktie bei der Vorstellung auf den “Digitalisierungs”-Faktor

07. Das Unternehmen sollte über ein Plattform-Geschäftsmodell verfügen.

Grund: Aktien mit Plattformgeschäftsmodellen werden immer erfolgreicher.

Alphabet (Google), Amazon oder Facebook aber auch Uber sind dieser Kategorie zuzurechnen.

Worum es geht ist der Multiplikator-Effekt, der einen Hebel und Nutzen für dutzende, hunderte oder sogar Tausende von Partnern bringt.

Die Plattform selber gibt etwas von ihrer Kontrolle auf, wird im Gegenzug aber viel wertvoller für ihre Kunden und Partner. Diese Drittanbieter bekommen dadurch Zugrif auf

  • umfassendes Datenmaterial,
  • verschiedene Funktionalitäten und
  • wertvolle Vertriebskanäle.

So können sie ihr Geschäft beschleunigen.

Diese Hebeleffekte und die schlanken Geschäftsmodelle sorgen letztlich dafür, dass die betreffenden Firmen so profitabel und damit so wertvoll werden.

Und letztlich geht es für diese Firmen darum, möglichst viele User auf die eigene Plattform und ins eigene Ökosystem hineinzuziehen und dort quasi einzusperren.

Das probiert jeder dieser Top Firmen, egal ob Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet oder Facebook – oder auch die chinesischen Riesen.

Alphabet bzw. Google bringt über die Suchmaschine Firmen und Konsumenten zusammen. Oder Facebook natürlich: Facebook stellt eine funktionale Plattform zur Verfügung, die User und Werbetreibende zusammenbringen.

Die Inhalte erstellen die User bzw. die Werbetreibenden selbst. Auch die Chinesen Alibaba und Tencent haben Plattformgeschäftsmodelle.

Zu Tencent gehört beispielsweise WeChat, die chinesische Mischung aus Facebook und Twitter.

Beispiel Amazon
Amazon hat sich längst über den eigenen Online-Verkauf hinaus entwickelt. Man stellt die eigene Verkaufsplattform Drittanbietern zur Verfügung, die dann oft für die ganze Abwicklung verantwortlich sind. Das ist viel profitabler als alles selber zu machen. Amazon versucht das Plattformgeschäftsmodell auch in anderen Geschäftsfeldern zu kopieren: Zuerst gab es die Echo-Lautsprecher. Die sind dann aber viel wertvoller für Konsumenten geworden nachdem die Sprachassistentin Alexa und ihr Skills Kit zur Verfügung standen. Skills sind Fähigkeiten die Alexa beherrscht, im wesentlichen bestimmten Sprachbefehlen zu folgen. Bis zu einem gewissen Grad kann der User Alexa damit auf seine eigenen Bedürfnisse anpassen

Beispiel Microsoft

Auch Microsoft, der Dino unter den Top10-Anbietern hat ja ein klassisches Plattformgeschäftsmodell mit dem Windows-Betriebssystem und den vielen verschiedenen darauf laufenden Anwendungen. Mit der Einführung von Office 365 mit neuen Kommunikationsfunktionalitäten wurde die Plattform noch ausgebaut. Dazu hat das Gates-Imperium durch die Übernahmen es Berufsnetzwerks LinkedIn und Skype weitere Plattformen erworben.

08. Solide Bilanz / ausreichend Cash

Grund: Würdest Du einem Bekannten Geld leihen, der hoch verschuldet ist? Nein? Dann dürfest Du auch keine Aktien hoch verschuldeter Unternehmen kaufen.

Wichtig sind vor allem die kurzfristigen Verbindlichkeiten, die das Unternehmen relativ schnell zurückzahlen muss.

Stehen dieser Zahl nicht entsprechende liquide Mittel (z.B. Bargeld, Aktienpositionen, Anleihen) gegenüber, so muss das Unternehmen Insolvenz anmelden.

Faustregel:

Die liquiden Mittel (Engl.: Cash and Equivalents) müssen die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Engl.: Short Term Debt) um mindestens das doppelte übersteigen!

Die genauen Zahlen findest Du in der Bilanz oder auf diversen Internetseiten.

Ein Beispiel:

Daten zur Aktie des iPhone-Herstellers Apple unter www.barchart.com.

Abgesehen von den kontinuierlich steigenden Umsätzen und Gewinnen der letzten Quartale kann die gute finanzielle Ausstattung überzeugen.

09. Gewinnsteigerung je Aktie > 15 % erwartet

Grund: Wie Du bereits weißt, bewegen sich Gewinne und Kurse in der Regel parallel.

Wichtig sind zwei Dinge:

a) Der Gewinn PRO AKTIE ist entscheidend nicht der absolute Gewinn. Nur wenn der Gewinn pro Aktie stark steigt haben wir als Aktionäre einen Mehrwert davon.

b) In den letzten zehn Jahren haben die Marktteilnehmer vor allem schnelles Wachstum honoriert. Beim Umsatz noch mehr als beim Gewinn.

Je schneller das Unternehmen gewachsen ist und je besser die Wachstumsprognosen waren, umso höher ist die Aktie gestiegen.

Auf Grund der niedrigen Zinsen und der einfachen Refinanzierungsmöglichkeiten sind speziell bei Wachstumswerten klassische Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in den Hintergrund gerückt.

Auch das PEG (Price-Earnings-Growth-Ratio), das das prozentuale Gewinnwachstum ins Verhältnis zum KGV setzt, ist quasi aus der Mode gekommen.

Früher galt eine Aktie als fair bewertet, wenn das KGV in etwa dem erwarteten prozentualen Gewinnwachstum je Aktie in den kommenden Geschäftsjahren entsprochen hat.

Sprich: Prognostizieren Analysten für die kommenden zwei, drei oder fünf Jahre ein Gewinnwachstum von durchschnittlich 30 Prozent, so wäre demnach die Aktie mit einem KGV von 30 fair bewertet.

Das entspräche dann einem PEG von eins.

Nun ist es aber so, dass speziell die Aktien der besonders aussichtsreichen und besonders schnell wachsenden Unternehmen derzeit regelmäßig PEG-Ratios von zwei, drei oder noch höher haben. Tendenz steigend!

Das hängt ganz entscheidend mit dem seit Jahren ungewöhnlich niedrigen Zinsniveau an den Märkten zusammen.

Weil Anleger für festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen kaum mehr nennenswert Zinsen erhalten, sind diese Assetklassen sehr unattraktiv.

Folglich fließt Kapital aus den Anleihen ab und in den Aktienmarkt hinein. Je mehr Kapital aber in den Aktienmarkt fließt, desto stärker steigt die Nachfrage und entsprechend auch die Kurse und damit die Bewertungsniveaus.

Auffällig ist dabei, dass umgekehrt Aktien, deren Umsätze und Gewinne stagnieren, von den Anlegern links liegen gelassen werden – auch wenn sie niedrige KGVs haben.

Deshalb legen wir den Fokus bei der Auswahl auf die prozentualen Wachstumsraten nicht auf die nominalen KGVs oder KUVs.

10. Umsatzsteigerung > 15 % erwartet

Grund: Im Prinzip gilt das gleiche wie bei Punkt 9.

Oft ist es speziell im Technologiesektor aber so, dass derzeit das Umsatzwachstum sogar über das Gewinnwachstum gestellt wird.

Es geht darum sich in neu entstehenden Marktsegmenten (z.B. Big Data) möglichst schnell Marktanteile zu sichern.

Da schauen dann die Anleger vor allem auf die Umsätze und vielleicht noch auf die Roherträge, nicht aber auf die Gewinne.

Das führt dann zu dem Phänomen, dass Wachstumsraketen, speziell Neuemissionen, teilweise mit mehr als dem 20, 30 oder gar 40fachen ihrer Umsätze bewertet werden. Wir folgen diesem Trend und achten bei der Auswahl unserer Aktien daher nicht vor allem aufs KGV oder das KUV sondern auf die prozentualen Steigerungsraten bei Gewinn und Umsatz.