The Trade Desk – Der bessere Streaming-Profiteur?

Die The Trade Desk Aktie:

Die Wachstumsstory bei Netflix kommt etwas ins Stocken. Dafür macht sich ein anderer Streaming-Profiteur auf zu neuen Hochs, der auch eher zur “Plattform-Geschäftsmodell”-Thematik passt, unserem bevorzugten Beuteschema.

Der (nicht mehr ganz neue) US Newcomer legt genau auf diesen Streaming-Markt (auch Over-The-Top genannt, die Übermittlung von Video- und Audioinhalten über Internetzugänge, ohne dass ein Internet-Service-Provider in die Kontrolle oder Verbreitung der Inhalte involviert ist) einen besonderen Fokus, weil dieser logischerweise auch für Werbetreibende immer interessanter wird.

Technologisch steckt der Online-Werbemarkt noch in einer “Wilder Westen”-Phase.

Das heißt, es ist für Werbe-treibende immer noch schwierig effizient zu werben, weil die entsprechenden Tools fehlen, die eine direkte Rückmeldung ermöglichen.

Die Franzosen Criteo hatten hier zwar ein Tracking-Tool entwickelt, sind damit zuletzt allerdings in Schwierigkeiten geraten, weil Firmen wie Apple Anti-Tracking-Systeme entwickelt haben.

The Trade Desk geht hier einen komplett neuen Weg.

Das Unternehmen hat ein cloud-basiertes Optimierungssystem entwickelt. Kunden können damit Werbeanzeigen von tausenden verschiedenen Online-Destinationen kaufen.

Auf Basis der Daten, die The Trade Desk sammelt und auswertet, können diese Kunden ihr Werbebudget optimal auf die Zielgruppe ausrichten und sie erhalten sofortige Rückmeldungen wie erfolgreich die jeweilige Werbung auf der betreffenden Seite ist.

Im Prinzip bietet The Trade Desk die überlegenen Auswertungen für das ganze Web an, die Facebook und YouTube für ihre jeweils eigenen Seiten bieten und mit denen diese eine solche dominante Stellung im Online-Bereich erreicht haben.

Aktuelle Quartalszahlen von The Trade Desk

The Trade Desk Aktie

Wie erfolgreich der Werbekampagnen-Manager mit seinem Automatisierungs-Tool ist, zeigen die aktuellen Quartalsergebnisse:

Trotz Corona-Pandemie schnellten die Umsätze im dritten Quartal 2020 um 31,6 % nach oben auf 216,1 Millionen US-Dollar.

Das waren satte 34,8 Millionen US-Dollar mehr als von Analysten im Durchschnitt erwartet. Ein ähnliches Bild ergab sich bei Gewinn. Auf Non-GAAP-Basis sprang dieser auf 62,7 Millionen US-Dollar oder 1,27$ je Aktie.

Das waren beeindruckende 0,82 $ je Aktie. Man beachte dabei auch die unfassbar hohe Nettogewinn-Marge von 29 %.

Die zeigt wie ungeheuer profitabel The Trade Desk ist. Die höchste Wachstumsrate gab es bei so genannten “Connected TV” von über 100 %. Das ist genau dieser Bereich, der den Streaming-Markt betrifft.

Hinzu kommt ein Umsatzausblick – mit der kleinen Einschränkung einer anhaltenden Erholung der Konjunktur – für das vierte Quartal auf 287 bis 291 Millionen US-Dollar, was ebenfalls weit über dem Konsens von 255 Millionen US-Dollar liegt.

Die Aktie explodierte am Freitag regelrecht um über 26 % auf 819,34 $. Natürlich scheint die Bewertung extrem ambitioniert, aber The Trade Desk entwickelt sich mehr und mehr zu der dominanten nachfrageseitigen Anzeigen-Plattform außerhalb der “abgeschirmten Gärten” von Facebook, Google und Amazon.

Damit ergeben sich höchst interessante Wachstumsmöglichkeiten für die kommenden Jahre, weil der Streaming-Werbemarkt immer noch am Anfang seiner Entwicklung steht.

Die Konkurrenz im Bereich der Demand-side Platforms wie MediaMath, DataXu, Amobee und AppNexus ist überwiegend in Privatbesitz.

Vergleiche wie Ratings beim Mitarbeiterportal Glassdoor zeigen höchste Werte für The Trade Desk und mir gefällt der nachhhaltige Ansatz von CEO Jeff Green, der eine Startup-Kultur erhalten will, hervorragend.

Fazit:

The Trade Desk bietet eine sehr seltene Mischung aus stürmischem Wachstum und höchster Profitabilität.