Siemens Energy unter der Lupe

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Siemens gehört zu den wenigen deutschen Unternehmen, die relativ häufig mit Spin Offs arbeiten (= Abspaltung von Unternehmensteilen).

Nicht alle waren erfolgreich, die Chiptochter Quimonda ist schon länger insolvent. Besser lief es unter dem Strich bei Infineon, Osram und Siemens-Gamesa.

Siemens Healthineers läuft eher seitwärts.

Am Spannendsten finde ich aber mit Siemens Energie die neueste Abspaltung, obwohl das Unternehmen auf den ersten Blick eher als „hässliches Entlein“ wirkt.

Dieser Eindruck entsteht vor allem durch das Stromund Gasgeschäft, das u.a. Gasturbinen baut und in standhält (auch noch im Bereich Kohlekraftwerke).

Auch Stromübertragungs- und verteilungsnetze für industrielle Anwendungen sind eine Kernkompetenz. Darüber hinaus gehören Siemens Energy aber auch 67 Prozent der ebenfalls börsennotierten Siemens Gamesa (vor allem im Bereich Windenergie unterwegs) und ein 25-prozentiger Anteil an Siemens Indien.

Einem Cashbestand von 2,4 Milliarden Euro stehen Pensionsverpflichtungen von einer Milliarde Euro gegenüber.

Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 musste das Unternehmen unter dem Strich einen Verlust von 2 Milliarden Euro melden.

Durch die Ausgliederung belasten diese Verluste nur noch zum Teil die Gewinn- und Verlustrechnung der Mutter.

Das könnte mit ein Grund für den Spin-Off gewesen sein.

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Bewertung der Aktie

Bei der Bewertung der Aktie haben wir den Vorteil, dass Gamesa und Siemens Indien beide börsennotiert sind.

Alleine die Gamesa-Beteiligung hat einen Wert von derzeit 12,8 Milliarden Euro und Siemens Indien von 1,53 Milliarden Euro (Stand 07.12.2020).

Addiert man hier noch den Nettocashbestand zum 30.09. und zieht die Pensionsverpflichtungen ab kommt man auf einen Wert von 15,639 Milliarden Euro oder 21,52 Euro je Aktie.

Damit sind bereits gut 85 % des aktuellen Kurses von 25,25 Euro abgedeckt.

In dieser Rechnung ist ja aber das Kerngeschäft des Unternehmens gar nicht enthalten. Mit diesem erzielt man aber in 2020 Umsätze von 18,1 Milliarden Euro.

Ziel ist eine Nettogewinn-Marge für 2023 von 5 Prozent, woraus sich bei angenommen unveränderten Umsätzen bis dahin ein Nettogewinn von rund 900 Millionen Euro ergibt.

Wenn man ein KGV von 10 bis 15 als fair erachtet, ergibt sich daraus dann wiederum ein Wert des Kerngeschäfts von 9,0 Mrd. Euro bis 13,5 Mrd. Euro. Nimmt man den Mittelwert resultieren 11,25 Mrd. Euro, was exakt 15,48 Euro je Aktie ergibt.

Addiert man das Ganze ergeben sich exakt 37 Euro als Kursziel, was ausgehend vom aktuellen Kurs ein Kurspotenzial von etwas mehr als 46 Prozent ergibt.

Meiner Ansicht nach ist dieser Abschlag viel zu hoch, weil der Markt nur das stagnierende bzw. rückläufige bisherige Kerngeschäft sieht, aber nicht die Chancen durch Siemens Gamesa im Bereich Windenergie und auch nicht das große Wasserstoff-Geschäft.

Hier gibt es eine Art Pionierprojekt gemeinsam mit Porsche, in dessen Rahmen eine geschlossene Kette von der Energie-Erzeugung mit Windkraft an der chilenischen Küste, über die Elektrolyse bis zum Verbrauch durch den Projektpartner Porsche erzeugt wird.

Und das Ganze wird vom Bund mit 8,23 Millionen Euro gefördert und wurde von Wirtschaftsminister Peter Altmaier ausdrücklich als revolutionär gewürdigt.

Würde das Wasserstoff-Geschäft als SPAC ausgegliedert, könnte man derzeit wohl ohne Probleme eine Bewertung von 5 Mrd. Euro erreichen, so aber geht es etwas im Gesamtkonstrukt unter.

Dass Investoren, die auf ESG-Kriterien achten (Environment, Social, Governance), Siemens Energy aktuell meiden, könnte man perspektivisch durch eine Ausgliederung des Kohlegeschäfts ändern.

Fazit

Siemens Energy ist eine „hässliche“ Value-Spekulation, die mittelfristig zur Wachstumsstory und zum „schönen Schwan“ werden könnte.

Fabian Beining Investmentberatung

Über den Autor

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