Nynomic-Aktie: Kaufsignal nach neuem Großauftrag?

Die Nynomic-Aktie ist die ehemalige m-u-t- AG mit einem Fokus auf Messtechnik und Sensorik.

Interessant finde ich besonders, dass das Unternehmen mit der Cannabis-Analyse und der Sensorik in der Landwirtschaft in zwei zukunftsträchtige Bereiche eingestiegen ist.

Ganz aktuell profitiert man aber vom Boom in der Medizintechnik in Folge der Corona-Pandemie.

Die Hintergründe des Deals sind vielversprechend:

Man hatte nämlich mit dem betreffenden Unternehmen aus dem Bereich Life Sciences (Medizintechnik) im Mai bereits einen Großauftrag über ein Volumen von 14 Millionen Euro an Land gezogen.

Auch dieses basierte damals nach eigenen Angaben bereits auf “einer jahrelangen, sehr erfolgreichen Kundenpartnerschaft und sollte sich über zwei Jahre erstrecken.”

Nun wird der Auftrag aber auf Grund der hohen Nachfrage deutlich vor Ablauf dieser zwei Jahre abgewickelt und – mehr noch – es kommt ein weiterer Auftrag oben drauf, diesmal sogar im Umfang von 25 Millionen Euro.

Für ein Unternehmen, das in 2020 insgesamt nur rund 76 Millionen Euro umsetzen wird, ist das ein echter Batzen.

Es wird nicht genannt, um welches Unternehmen es sich handelt.

Ich halte es aber für wahrscheinlich, dass es dabei um Siemens Healthineers geht, der inzwischen selbst börsennotierten Medizintechnik-Tochter von Siemens.

Mit Siemens arbeitet Nynomic bereits mindestens seit 2009 zusammen, denn damals wurde bereits eine Meldung über eine Ausweitung der gemeinsamen Marketing- und Vertriebsaktivitäten im Bereich Laborautomation / Medizintechnik weltweit vereinbart.

Dass diese Meldung keine Eintagsfliege ist zeigt die Tatsache, dass die Nynomic-Aktie bereits am Donnerstag nach starken vorläufigen Neunmonats-Zahlen die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben hat.

die nynomic-aktie ist in den letzten wochen stark gestiegen

Die Nynomic-Aktie unter der Lupe

Statt 70 Millionen Euro will man nun über 75 Millionen Euro erreichen bei einer gleichbleibenden EBIT-Marge von 10 %.

Das heißt, netto könnten dann knapp 5 Millionen Euro als Gewinn hängen bleiben, was 0,93 Euro pro Aktie entspräche und damit einem auch bei einem Kurs von rund 28 Euro überschaubaren KGV von 30.

Die Analysten von Montega bestätigten darauf hin die “Kaufen”-Einstufung und das Kursziel von 31 Euro.

Auf eine Erhöhung des Kursziels verzichteten sie aber, weil man die eigenen Schätzungen für den Gewinn pro Aktie sogar leicht reduzieren musste, wegen der Ausübung von Aktienoptionen durch Vorstand und Aufsichtsrat.

Das bedeutet, dass die betreffenden Personen die Möglichkeit haben gemäß ihres Arbeitsvertrags zu sehr günstigen Kursen Aktien zu erwerben oder diese gar gratis bekommen und nun beschlossen haben, das zu tun.

Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt ausstehenden Aktien, was wiederum den Gewinn pro Aktie leicht reduziert.

Dass Montega nun etwas zurückrudern muss, dürfte aber auch daran liegen, dass man bisher sehr optimistische Annahmen hatte.

Das war aber wohlgemerkt vor dem neuen Großauftrag, der noch dazu sehr hochmargig sein dürfte.

Zumindest war dies bei vergangenen Aufträgen aus diesem Segment der Fall. In den letzten Quartalen hatte man zudem stark in Vertrieb und Marketing für das Cannabis-Messgerät ‘Purpl PRO’ investiert, das spannende Perspektiven hat.

Das Unternehmen gehört zur Tochter Spectral Engines, deren Spektralsensoren die Herstellung von hohen Volumina von extrem kleinen Spektrometern ermöglichen, die Materialinhalte messen können.

Mit LemnaTec und Sensortherm gelangen im vergangenen Jahr zudem zwei weitere Übernahmen. LemnaTec ist in dem ebemfalls spannenden Bereich des digitalen Testens von Saatgut unterwegs.

Zu bedenken ist, dass die Aktie markteng ist und die Gewinne von Quartal zu Quartal stark schwanken.

Fazit:

Die Nynomic-Aktie hat enormes Wachstumspotenzial und gehört den wenigen deutschen Small Caps, die ganz groß werden könnten. Ich werde die Aktie auf die Watchlist setzen, da wir in den letzten Tagen eine Konsolidierung an den Märkten sehen.

Sollte der Markt drehen, werde ich mit kleinen Beiträgen langsam in die Aktie einsteigen. Insgesamt wird die Aktie aber nur einen kleinen Teil meines Einzelaktien-Portfolios ausmachen, da die Volatilität hier sehr hoch ist.