Nachhaltig investieren mit investmentfonds – geht das? (Kostenlose Checkliste)

Nachhaltig investieren mit Investmentfonds?

Anleger, die Wert auf eine nachhaltige Geldanlage legen, können bei ethisch-ökologischen Fonds fündig werden.

Besonders seit der Finanzkrise machen sich immer mehr Anleger Gedanken darüber, was Banken und Fondsgesellschaften mit dem ihnen anvertrauten Geld anstellen.

Für diese Anleger spielen neben den Renditechancen ethische, soziale und ökologische Aspekte eine Rolle.

Man spricht in diesem Zusammenhang oft von „nachhaltigen Geldanlagen“.

Auch im Bereich der Investmentfonds finden sich nachhaltige Anlagemöglichkeiten. Die Produktpalette ist breit gefächert. Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Fondsarten:

Ethisch-ökologische oder Nachhaltigkeitsfonds:

  • Fonds, die bei ihren Anlageentscheidungen über ökonomische Faktoren hinaus auch ethische, soziale und ökologische Kriterien einbeziehen. Etabliert hat sich hier die Bezeichnung „ESG“ als Abkürzung für die englischen Begriffe Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Die Fonds investieren breit gestreut in verschiedene Länder und Branchen.

Umwelttechnologiefonds:

  • Fonds, die in eine spezielle Branche oder ein spezielles Thema wie zum Beispiel Wasser oder erneuerbare Energien investieren.

Die Stiftung Warentest hat in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Bremen über 1 000 Menschen danach gefragt, was sie unter einer ethisch-ökologischen Geldanlage verstehen.

Die meisten der Befragten gaben an, dass in diesen Fonds auf die Investition in Unternehmen verzichtet wird, die ihren Umsatz etwa durch Rüstung, Kinderarbeit und Atomkraft erzielen. Gerade bei nachhaltigen Investmentfonds müssen Anleger aber immer genau hinschauen, ob der jeweilige Fonds die Kundengelder wirklich so anlegt, wie sie es sich unter den Begriffen „ethisch“, „sozial“ und „ökologisch“ vorstellen.

Denn hier haben jeder Anleger und jeder Anbieter andere Prioritäten.

Nachhaltige Aktienfonds

Die größte Gruppe nachhaltiger Fonds bilden die ethisch-ökologischen Aktienfonds.

Die meisten davon legen weltweit in Aktien von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an. Der Bereich der erneuerbaren Energien ist dabei nur ein kleiner Teil des Anlageuniversums.

Daneben finden sich in den Datenblättern der Weltfonds häufig Unternehmen, die auch in den herkömmlichen Aktienfonds Welt enthalten sind. Das bedeutet aber nicht, dass die ethisch-ökologischen Fonds Etikettenschwindel betreiben. Vielmehr unterziehen sie die Unternehmen einer genauen Prüfung anhand zusätzlicher Kriterien.

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Ausschlusskriterien:

Viele Fondsmanager arbeiten zunächst mit Ausschlusskriterien.

Das heißt, Unternehmen werden aus dem Anlageuniversum des Fonds ausgeschlossen, wenn sie in umweltschädlichen oder unethischen Branchen tätig sind oder schmutzige Geschäftspraktiken betreiben oder zulassen.

  • Aus ökologischen Gründen werden häufig die Atomindustrie, Ölkonzerne oder Bergbauunternehmen gemieden.

Einige Fonds schließen auch die Auto- und Flugzeugindustrie aus.

  • Ethische Ausschlusskriterien sind Waffen und Rüstung, Kinderarbeit, Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen sowie Tabak oder Glücksspiel.

Jeder Fonds kann entsprechend seiner Anlageschwerpunkte eigene Ausschlussgründe wählen.

Die Fondsmanager beziehungsweise die Ratingagenturen, die für die Fonds die Titelvorauswahl treffen, legen die Ausschlusskriterien zunächst an die Unternehmen an, deren Aktien gekauft werden sollen. Meist schauen sie aber auch auf die Beteiligungen, die die Unternehmen halten.

Da große Konzerne heutzutage weltweit verflochten sind und die Fonds nicht garantieren können, dass nicht doch in irgendeinem Land Umsätze mit eigentlich ausgeschlossenen Geschäftsbereichen erzielt werden, gibt es mitunter Toleranzgrenzen.

Die nicht ethisch-ökologisch erzielten Umsätze dürfen dann einen bestimmten Prozentsatz am Gesamtumsatz des Unternehmens nicht übersteigen.

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Positivmerkmale

Neben oder anstelle von Ausschlusskriterien können Fonds auch auf viele Positivmerkmale bei der Auswahl geeigneter Investments achten.

So kann bei ökologisch orientierten Fonds beispielsweise wichtig sein, ob ein Unternehmen ein Umweltmanagementsystem eingerichtet hat. Für ethisch-sozial ausgerichtete Fonds können Unternehmen Pluspunkte sammeln, wenn sie auf gute Arbeitsbedingungen oder Gleichberechtigung achten.

Auswahl- und Ausschlusskriterien ethisch-ökologischer Fonds

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Best-in-Class vs. Best-of-all

Eine typische Auswahl nach Positivmerkmalen ist der sogenannte Best-in-Class-Ansatz.

Investiert ein Fonds nach diesem Prinzip, kauft er Aktien der Unternehmen, die in ihrer Branche eine Vorreiterrolle beim Thema Nachhaltigkeit einnehmen.

Das kann bedeuten, dass ein Fonds auch in Unternehmen der Öl-, Auto- oder Tabakindustrie anlegt, soweit diese nachhaltiger agieren als ihre Konkurrenten. Ausschlusskriterien gibt es zunächst keine.

Manche Anleger lehnen den Best-in-Class-Ansatz daher ab:

Durch ihn würde der Steuerungseffekt der nachhaltigen Geldanlage verwässert, da die besten Vertreter einer „schlechten“ Branche nicht automatisch gut seien.

Andererseits zwingt er Firmen aus an sich nicht nachhaltigen Branchen in einen Wettbewerb in Bereichen der Umwelt- und Sozialstandards und kann so absolut gesehen zu einer Verbesserung ethisch-ökologischer Standards führen.

Das Gegenmodell zum Best-in-Class-Prinzip ist der Best-of-all-Ansatz. Hier wird nicht nach Branchen getrennt gefiltert, sondern nur die saubersten oder sozialsten Unternehmen kommen in den Auswahlprozess.

Anleger müssen genau hinschauen

Da jede Fondsgesellschaft den Begriff Nachhaltigkeit unterschiedlich definiert und eigene Anlagestile verfolgt, müssen Anleger wesentlich mehr Zeit aufwenden und sich in Verkaufsprospekten, Wesentlichen Anlegerinformationen oder sonstigen Informationen der Fondsgesellschaft über die Anlagekriterien der Fondsinformieren, um das für sie passende Produkt zu finden.

Die Unterschiede sind insbesondere bei den Ausschlusskriterien teilweise erheblich..

Kostenlose Checkliste

Auf was Sie bei nachhaltigen Fonds achten sollen.

Ethisch-ökologische Rentenfonds

Ethisch-ökologische Rentenfonds Euro kaufen Anleihen von Staaten und Unternehmen, die auf Euro lauten und bestimmte nachhaltige Kriterien erfüllen.

Bei der Bewertung von Staaten, die Anleihen begeben, gibt es andere Kriterien als bei der Bewertung von Unternehmen.

Das Staatenrating der Fonds geht aber in ähnlichen Schritten vor sich wie das Unternehmensrating.

Auch hier wird meist mit Ausschluss- und positiven Auswahlkriterien gearbeitet. Ausgeschlossen sind zum Beispiel Staaten, die autoritär regiert werden, Geldwäsche dulden, nicht gegen Korruption vorgehen oder die Todesstrafe anwenden. Weitere Ausschlussgründe können der Besitz von Atomwaffen, die Förderung der Atomenergie oder ein mangelhafter Klimaschutz sein.

Auch Anleihen von Staaten, die systematisch Arbeitsrechte verletzen oder Kinderarbeit zulassen, gehören häufig nicht in das Anlageuniversum nachhaltiger Rentenfonds. Die positiven Auswahlkriterien, mit denen ein Land Pluspunkte beim Management nachhaltiger Rentenfonds sammeln kann, lassen sich in ökologische, politische und soziale aufteilen.

Ökologische Aspekte sind unter anderem die Umweltanstrengungen eines Landes, gemessen am Wasserschutz, der Vielfalt der dort lebenden Pflanzen und Tiere sowie dem Klimaschutz.

Politische Kriterien fragen danach, ob in einem Land Demokratie herrscht, ob die Grundrechte freier Meinungsäußerung, Religionsfreiheit und Gleichberechtigung beachtet werden und ob die Regierung im Interesse ihrer Bürger arbeitet. Soziale Kriterien umfassen das Gesundheits- und Bildungssystem sowie den Arbeitsmarkt eines Landes.