Einführung Investmentfonds – Vor- und Nachteile von Investmentfonds

01. Einführung in Investmentfonds

Ein Investmentfonds verwaltet Kundengelder, die am Kapitalmarkt für Kunden investiert werden.

Dabei kaufen Sie als Anleger Anteile am Fonds, die Sie zur Gewinnbeteiligung berechtigen.

Die Investmentmanager und -Verwalter verlangen für ihren angebotenen Service eine allgemeine Verwaltungsgebühr sowie in manchen Fällen auch eine Erfolgsgebühr, die anfällt, wenn Gewinne erzielt werden.

Hinzu kommen weitere Kosten, zum Beispiel der Ausgabeaufschlag, der bei nicht börsengelisteten Fonds anfällt, die beim Emittenten oder über einen Vermittler erworben werden müssen.

Jedoch sind zahlreiche Fonds an der Börse gelistet, für die der Ausgabe- und Rücknahmepreis börsentäglich notiert wird. Der Verkauf der Fondsanteile bei nicht börsengehandelten Fonds erfolgt zum Nettoinventarwert (engl. Net Asset Value, NAV).

Der Net Asset Value gibt den echten Inventarwert des Fonds bei vollständiger Liquidation zu einem bestimmten Zeitpunkt an.

Er berechnet sich, indem man die Differenz aus den gesamten Vermögenswerten sowie den Verbindlichkeiten bildet. Anschließend dividiert man diese Zahl durch die Anzahl der Fondsanteile, die sich im Umlauf befinden, und man erhält den NAV.

Somit ergibt sich der Fondswert nicht aus Angebot und Nachfrage, wie beispielsweise bei Aktien, sondern der Wert des Fonds hängt maßgeblich von der Performance des Portfolios ab.

Vereinfacht gesagt:

Erzielt der Fondsmanager Gewinne, die den Wert des Anlagevermögens steigern, dann steigt der Fonds im Wert.

Investmentfonds verwalten (im Idealfall) ein diversifiziertes Portfolio und bieten die Chance auf Renditen, die der „Otto-Normal-Anleger“ normalerweise nicht erzielen kann oder wofür er nicht selbst die Zeit aufwenden möchte.

Fonds sind auch eine Möglichkeit zur Diversifizierung des eigenen Portfolios.

So können Strategien mit völlig verschiedenen Risikoexpositionen aufgenommen werden, die ein gewöhnlicher Anleger im eigenen Depot nicht nachbilden kann (z. B., weil ihm Zeit, Kapital, Wissen usw. fehlen). Wohlgemerkt sollten Sie einen Fonds gemäß Ihren persönlichen Präferenzen auswählen und nicht etwa Ihre Präferenzen an einen Fonds anpassen.

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02. Fondsarten

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen offenen und geschlossenen sowie thesaurierenden und ausschüttenden Fonds.

Geschlossene Fonds werden, anders als offene, meist nicht an der Börse gehandelt.

Das Ziel eines solchen Fonds ist es, schnell eine festgelegte Summe Geldes einzusammeln und nicht wie üblicherweise eine möglichst große Summe. Sobald die festgelegte Anlagesumme erreicht ist, sind keine weiteren Investitionen in den Fonds mehr möglich.

Der Verkauf eines geschlossenen Fonds verläuft oft schwieriger als bei offenen Fonds.

Ein Verkauf der Anteile ist nur möglich, wenn man im Gegenzug selbst einen Käufer für seine Anteile findet.

Geschlossene Fonds investieren häufig in Immobilen, Unternehmensbeteiligungen (Private Equity und Venturecapital) oder Sachanlagen wie Schiffe oder Flugzeuge. Geschlossene Fonds standen aufgrund ihrer hohen Intransparenz, oft schlechten Anlageergebnissen und vor allem wegen Betrugsfällen häufig in der Kritik.

Ein offener Fonds kann hingegen auch zu einem späteren Zeitpunkt neue Investoren aufnehmen.

Die meisten üblichen Aktien- und Mischfonds sind offene Fonds.

Bei ausschüttenden Fonds werden Einnahmen regelmäßig an die Fondsanleger ausgezahlt.

Vor allem Aktienfonds (durch Dividenden), Rentenfonds (durch Zinseinnahmen) und Immobilienfonds (durch Mieten) erzielen regelmäßig Erträge, die an die Anleger ausgeschüttet werden können. Ausgezahlt werden sie meist einmal jährlich.

Bei einem thesaurierenden Fonds werden die Fondserträge nicht ausgeschüttet, sondern in den Fonds reinvestiert.

Man spricht hierbei von einer Thesaurierung.

Der Fondsgesamtwert und auch die Anzahl der Fondsanteile steigen damit an. Bei diesem Vorgang fallen keine neuen Gebühren an und der Anleger profitiert vom Zinseszinseffekt.

Fonds werden auch nach Anlageklassen und Anlagestrategien unterschieden.

Grundsätzlich deckt die Fondsbranche fast alle Anlageklassen und zahlreiche Anlagestrategien ab.

Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die verschiedenen Arten gegeben werden. Doch häufig ist eine klare Einordnung nicht möglich.

Bevor Sie investieren, informieren Sie sich über die spezifischen Eigenschaften des betrachteten Fonds sowie seine Strategie und den Investmentprozess.

Außerdem sollten Sie sich über die Risiken bewusst sein, die mit den Anlageklassen verbunden sind, in die der Fonds investiert (z. B. Aktien, Anleihen, Immobilien usw.).

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Aktienfonds

Die Fondsklasse mit der größten Kapitalisierung in Deutschland ist der Aktienfonds (über 300 Milliarden investiert). Mit Aktienfonds kann man unterschiedliche Anlagestrategien verfolgen (z. B. Value- oder Growth-Ansatz), wobei jeder Fonds einen individuellen Fokus auf die Anlageregion, die Branche (Branchenfonds) oder sonstige Kriterien setzen kann.

Garantiefonds

Bei dieser Fondsklasse erhalten Anleger Rückzahlungsgarantien in bestimmter Höhe für ihr Investment. Um diesen Garantien mit hoher Wahrscheinlichkeit nachkommen zu können, sind Garantiefonds überwiegend in festverzinslichen Anleihen investiert.

Die oberste Priorität ist also Kapitalbewahrung. Diese Garantie wird aber mit Renditeeinbußen kompensiert, weshalb der Fonds nur unterdurchschnittlich an der Entwicklung des Anlagesegments partizipiert. Neben Anleihen werden Teile des Fondsvermögens auch in Wertpapieren mit einer potenziell höheren Rendite angelegt, zum Beispiel Aktien.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds sind überwiegend oder ausschließlich in Geldmarktpapieren investiert. Darunter fallen Termingelder, Schuldscheindarlehen und Kurzzeitanleihen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr. Dabei steigt die Rendite des Fonds mit einem Zinsanstieg an.

Das heißt, eine Investition ist vor allem in einer Hochzinsphase sinnvoll. Wenn die Konditionen im Vergleich zur Verzinsung der Hausbank besser ausfallen, kann es ratsam sein, einen Teil des Vermögens in Geldmarktfonds anzulegen. In Zeiten einer Nullzinspolitik muss man mit einer niedrigen nominalen Rendite rechnen, im Euroraum lagen die Renditen teilweise sogar vor Berücksichtigung der Inflation im negativen Bereich. Bereinigt man die nominale Rendite um die Inflation, so fallen die realen Renditen noch negativer aus.

Rentenfonds

Rentenfonds eignen sich vor allem für risikoaverse Anleger. Sie investieren ausschließlich in Unternehmens und Staatsanleihen. Bei einer Investition sollte man darauf achten, dass die Rendite über der Inflation liegt, da die Zinserträge sonst real gleich null oder negativ sind.

Immobilienfonds

Immobilienfonds geben Anlegern die Möglichkeit, sich selbst mit kleinen Beträgen an Immobilien zu beteiligen. Es gibt sowohl geschlossene als auch offene Fonds, die an der Börse gehandelt werden können.

Auch hier ist eine Fokussierung, zum Beispiel nur auf Gewerbeimmobilien beziehungsweise eine Diversifikation in verschiedene Anlageobjekte möglich. Die Rendite eines Immobilienfonds setzt sich aus Wertsteigerungen und regelmäßigen Mieterträgen der Objekte zusammen.

Indexfonds

Indexfonds (engl. Exchange Traded Funds, ETFs) sind passiv gemanagte, börsengehandelte Fonds und bilden meistens die Kursentwicklung eines Index (z. B. DAX, S&P 500) ab (siehe Whitepaper zu Exchange Traded Funds).

Da es keinen aktiven Fondsmanager gibt, der das Vermögen verwaltet, fallen die Managementgebühren im Schnitt deutlich geringer aus, wodurch ETFs preiswerter als aktiv verwaltete Fonds sind. Ein weiterer Vorteil der Indexfonds liegt darin, dass ein Großteil der aktiv verwalteten Fonds über einen längeren Zeitraumihre Zielrenditen nicht erreichen. Vor allem für langfristig orientierte Anleger sind ETFs daher eine gute Alternative.

Mischfonds

Bei Mischfonds wird das Kapital in unterschiedliche Anlageklassen investiert. Das Mischungsverhältnis ist jedoch von Fonds zu Fonds unterschiedlich.

Grundsätzlich gilt, je konservativer die Anlagestrategie des Fonds, desto größer der Anteil konservativer Anlageklassen wie zum Beispiel von Rentenpapieren.

Dachfonds

Ein Dachfonds investiert das verwaltete Geld nur in andere Investmentfonds, wobei ein individueller Schwerpunkt gesetzt wird. Die Streuung steigt mit jedem Engagement proportional an, wodurch das Risiko verringert wird. Der große Nachteil sind die hohen Kosten, die bei der Investition in den Dachfonds selbst und in die gehaltenen Fonds anfallen.

Dadurch schlagen Management- und Erfolgsgebühren mehrmals zu Buche. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Ertrag aus, sodass die einzelnen Fonds hohe Gewinne erwirtschaften müssen, um die Kosten des Dachfonds zu rechtfertigen und auch nach Kosten noch Erträge hervorzubringen.

Fondssparpläne

Mit einem Fondssparplan investiert der Anleger pro Periode (z. B. Monat, Quartal, Jahr etc.) eine bestimmte Summe in einen Fonds, wobei die Höhe der Raten variiert werden kann.

Im Sparplan werden die Höhe der Einzahlungen, die Einzahlungszeitpunkte und die Zeitdauer des Plans festgelegt.

Fondssparpläne sind eine gute Möglichkeit, mit dem Investieren zu beginnen, wenn man unmittelbar keine große Summe zur Verfügung hat.

So kann ein Teil der persönlichen Einkünfte regelmäßig angelegt werden. Der Anleger nutzt dabei den Zinseszinseffekt (siehe Beispiel Tabelle 1) und den Durchschnittskosteneffekt (engl. Cost Average Effect) aus.

Man beachte aber, dass nicht jeder Fonds diese Option anbietet.

Der Zinseszinseffekt hilft sehr gut beim Vermögensaufbau mit Investmentfonds.

Mit der Methode des Cost-Averaging wird die Problematik des Market Timing, also das Problem, den perfekten Zeitpunkt für einen Einstieg zu finden, umgangen.

Zwar wird die Rendite bei erfolgreichem Timing maximiert, aber in der Praxis erweist sich dieses Vorhaben als große Herausforderung.

Denn niemand kann die Kurse vorhersagen und folglich auch nicht das Timing.

Das Prinzip des Durchschnittskosteneffektes besteht darin, wie bei einem Fondssparplan regelmäßig eine festgelegte Summe in einen bestimmten Wert zu investieren.

Bei einem hohen Kurs werden weniger Anteile erworben, bei einem niedrigen Kurs werden mehr Anteile erworben. Im Endeffekt erzielt der Anleger im Durchschnitt einen angemessenen Einstiegskurs.

Zusätzlich ist die psychologische Belastung deutlich niedriger als bei einer Einmalanlage, besonders für Anleger mit großem Anlagevolumen.

Dazu muss man allerdings sagen, dass historisch betrachtet die Einmalanlage besser abschnitt als der Durchschnittskosteneffekt (siehe Tabelle 2). Die historischen Werte aus Tabelle 2 gelten als Orientierungspunkt.

Der Durchschnittskosteneffekt spielt eine große Rolle beim Fondssparplan

Das gleiche Ergebnis zeigen auch andere regionale Märkte, darunter Großbritannien und Australien, und es ist unabhängig von der Portfolioallokation (Aktien und Anleihen).

Das liegt daran, dass Aktien und Anleihen in der Regel positive Erträge erzielen und die Märkte öfter steigen als fallen.

Hingegen ist der maximale Verlust beim Durchschnittskosteneffekt geringer.

Betrachtet man Marktphasen im Zeitraum 1926 bis 2019, in denen der S&P 500 ein Shiller-KGV (geglättetes und inflationsbereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis nach Nobelpreisträger Robert Shiller) von über 32 hatte, folgte ein durchschnittlicher Verlust bei Einmalanlagen von 15,5 % und bei Investitionen nach dem Durchschnittskostenprinzip von circa 8 %.

Somit kann die Underperformance des Cost Averaging als Kompensation für ein geringeres Risiko betrachtet werden.

Denn der Durchschnittskosteneffekt hat seine Stärken besonders in Marktphasen mit hohen Marktbewertungen, großer Unsicherheit und Volatilität.

Das wird anhand von Grafik 1 deutlich. In den schlechtesten Phasen (basierend auf einem 60/40 Portfolio) hat das Cost Averaging deutlich besser abgeschnitten, da diese Phasen genutzt werden, um günstig einzukaufen.

Investitionsplan

Beide Vorgehensweisen haben ihre Pluspunkte und Mängel. Schlussendlich kommt es auf Ihre persönliche Risikopräferenz an.

Wollen Sie Ihre Gewinne maximieren und sind Sie bereit, dafür auch ein größeres Risiko in Kauf zu nehmen, oder wollen Sie Ihr Verlustrisiko minimieren?

03. Vor- und Nachteile von Investmentfonds

Vorteile

Als Anleger stehen Sie vor einer großen Auswahl an Investmentfonds.

Sie können Ihre Investitionsentscheidung an Ihren Anlage- und Risikopräferenzen orientieren und dabei zwischen unterschiedlichen Anlagestrategien, Branchen und Marktregionen wählen.

Investmentfonds bieten mit ihren Portfolios in der Regel eine breite Diversifikation und damit auch ein geringeres Risiko.

Deshalb fallen die Kursschwankungen bei einem sehr gut gemanagten Fonds(!) im Vergleich zu einzelnen Papieren geringer aus.

Ein Totalverlust ist zwar theoretisch möglich, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist extrem gering. Außerdem haben Sie die Chance, hohe Renditen zu erzielen, die der einfache Privatanleger wahrscheinlich nicht erzielen wird.

Generell bieten Investmentfonds ein professionelles Management an, häufig mit jahrelanger Erfahrung an den Kapitalmärkten.

Im Grunde nimmt dieses Management Ihnen die Aufgabe und Sorge ab, sich täglich um die eigenen Positionen an der Börse zu kümmern.

Die Transparenz bei den Fonds ist hoch, da regelmäßig Monats- und Halbjahresberichte veröffentlicht werden.

Hierbei geht das Management auf die Strategie sowie Performance seines Fonds ein und gibt einen Ausblick über zukünftige Entwicklungen am Markt.

Zur langfristigen Vermögensbildung können Fondssparpläne dienen, bei denen monatlich geringe Summen in den Fonds eingezahlt werden (siehe oben).

Die Verzinsung solcher Fondssparpläne ist häufig attraktiver als die (aktuelle) Verzinsung der Sparguthaben bei Banken. Das gilt insbesondere im Nullzins-Umfeld, in dem wir uns aktuell befinden.


Tipp:

Zudem gibt es mit der Arbeitnehmersparzulage eine sehr attraktive Förderung, die Arbeitnehmern mit geringem Einkommen bei der Vermögensbildung hilft.

Es handelt sich hierbei um eine staatliche Subvention für vermögenswirksame Leistungen, die der Arbeitgeber für den Angestellten anlegt.

Neben offenen Investmentfonds und Aktienfonds können Sie in verschiedene weitere Anlageformen, zum Beispiel in einen Bausparvertrag, investieren. Die Arbeitnehmersparzulage beantragen Sie innerhalb Ihrer Steuererklärung.

Sie wird jedoch nur gezahlt, wenn das Einkommen unter 20.000 EUR bei Singles und unter 40.000 EUR bei Verheirateten liegt.

Nachteile

Ein Investmentfonds ist relativ kostspielig und erfordert ein aufwendiges Management.

Für die Instandhaltung und Verwaltung muss der Anleger aufkommen. Er zahlt daher regelmäßig Management- und Verwaltungsgebühren, die von seinem Fondsvermögen abgezogen werden.

Dazu zählen auch Transaktionsgebühren, die Anleger zu tragen haben, wenn ein Kapitalzufluss dazu führt, dass der Fonds Anteile nachkaufen muss.

Die Kosten können sich in Summe auf mehrere Prozent belaufen (drei bis fünf Prozent). Hinzukommen „Performance Fees“, also Erfolgsgebühren.

Dabei gibt es zwei unterschiedliche Varianten.

Bei der ersten Variante fallen Erfolgsgebühren an, wenn gegenüber einem Vergleichsindex (Benchmark) eine Outperformance erzielt wurde.

Der Nachteil hier:

Es müssen selbst dann Erfolgsgebühren gezahlt werden, wenn der Fonds ein negatives Ergebnis erzielte, aber immer noch über der Benchmark liegt.

Das Motto lautet hier:

Hauptsache die Benchmark wurde geschlagen.

Bei der zweiten Variante fallen Gebühren an, wenn der Fonds einen neuen Höchststand (High Watermark) erreicht hat. Dieses Kostenmodell ist für den Anleger deutlich vorteilhafter.

Die Kosten hierfür sind aber nicht unerheblich und belaufen sich auf 5 bis 25 % der Wertsteigerung.

Bei Erwerb eines Fonds über Banken und Vermittler wird zusätzlich ein hoher Ausgabeaufschlag in Rechnung gestellt, der die Differenz zwischen Ausgabepreis und niedrigerem Rückgabepreis darstellt sowie Vertriebs- und Beratungskosten beinhaltet.

Man kann mit einem Ausgabeaufschlag von circa 3 bis 5 % rechnen, bei Aktienfonds kann er sogar noch höher sein.

Manche Fondsanbieter erheben zusätzlich eine Gebühr für die Rücknahme der Anteile. Berücksichtigt werden müssen auch die jährlichen Depotkosten, die bei der Hausbank oder bei der vom Fonds empfohlenen Bank anfallen.

Ihre Höhe orientiert sich am Volumen des gehaltenen Fonds.

Kosten haben einen signifikanten Einfluss auf die Erträge. Daher sollten die hier genannten Gebühren bei der Investitionsentscheidung auf keinen Fall vergessen werden.

Sie können im Extremfall so hoch sein, dass der Ertrag für den Investor nahezu aufgezehrt wird. Schauen Sie sich die Kosten der Fonds also genau an und vergleichen Sie sie gegebenenfalls mit anderen Anbietern.

Tipp: bei Online- und Discountbanken fällt der Ausgabeaufschlag oft weg. Direktbanken verwalten gehaltene Fonds zum Nulltarif.

Des Weiteren werden die Fonds den hohen Gebühren, die sie verlangen, häufig nicht gerecht.

Es gibt mehrere Studien, die das belegen.

80 % der Fonds können ihre Benchmark nach Abzug der Kosten nicht schlagen.

Das gilt auch für langfristige Zeiträume. Die vielzitierte Studie von Jensen (1969) zeigte bereits damals auf, dass weniger als 10 % der Investmentfonds auf 5-Jahres-Sicht die Benchmark jährlich schlagen konnten.

Diese Ergebnisse wurden von weiteren Studien bestätigt (z. B. Malkiel, 2003).

Das heißt, dass eine Investition in den Vergleichsindex rentabler und kosteneffizienter gewesen wäre als eine Investition in den Fonds.

Die Studien zeigen allerdings auch, dass die Vergangenheit ein schlechter Indikator für den zukünftigen Erfolg an der Börse ist.

Daher sollte man sich im Klaren sein, dass es sich bei den Fondsverwaltern nicht um Investmentgurus mit einer Kristallkugel, sondern auch nur um Menschen handelt.

Auch sie können in ihrer Einschätzung falsch liegen und in psychologische Stolperfallen tappen.

Der Fondsinvestor sollte sich über zweierlei psychologische Hürden bewusst sein, die sein Urteilsvermögen beeinträchtigen können.

Zum einem wird ein Zusammenbruch des Gesamtmarkts zu einer psychologischen Belastung führen – Panik nicht ausgeschlossen –, die eine rationale Investmententscheidung beeinträchtigt oder sogar verhindert.

Das gilt grundsätzlich für jede Anlage, nicht nur für Fonds.

Allerdings kommt bei Fonds eine weitere psychologische Falle hinzu, das Risiko der Underperformance gegenüber der Benchmark.

Auch hier wird tendenziell unüberlegt verkauft, obwohl der Fonds Gewinne erzielt.

Dieses Phänomen, das Behavior Gap genannt wird, ist auch die Ursache dafür, dass die Renditen der Fondsanleger schlechter sind als die Performance des Fonds an sich.

Denn durch das emotionale Verhalten der Anleger, verpassen sie oftmals die besten Zeiten ihres Fonds.

Dazu kommen Ordergebühren, die die Performance weiter drücken. Grafik 2 zeigt, wie volatil der Kapitalfluss oftmals ist und wie er der Fondsperformance tendenziell folgt.

Kapitalzuflüsse in Fonds und Performance

04. Bewertung eines Fonds

Fonds werden über Ratings ausschließlich quantitativ bewertet, wohingegen bei Rankings auch qualitative Bewertungskriterien hinzukommen können.

Ein Ranking gilt als eine Art von Qualitätsbeweis für einen Fonds.

Denn nur ungefähr jeder fünfte Fonds wird eines Rankings und einer entsprechenden Untersuchung für würdig empfunden.

Bekannte Fondsbewerter sind Fitch, Lipper (ein Unternehmen von Thomson Reuters), Morningstar und Moody’s.

Allerdings unterscheiden sich ihre Bewertungskriterien.

Zwar gilt das Ranking in der Branche als Ritterschlag für den Manager. Jedoch gibt es empirisch gesehen keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Ranking und zukünftiger Performance eines Fonds.

Dasselbe gilt für die vergangene Performance.

Eine positive Entwicklung heißt noch lange nicht, dass auch in Zukunft weiterhin Gewinne erzielt werden.

Deutlich aussagekräftiger ist die Performance während turbulenter Marktphasen wie 2007/2008 oder um 2000.

Aus diesen Zeiträumen kann man Erkenntnisse über das Risikomanagement gewinnen. Eine gute Entwicklung (isoliert oder im Vergleich zur Peergroup) spricht für ein gutes Risikomanagement.

Die Beziehung zwischen Investoren und Fondsmanager lässt sich anschaulich in einem Prinzipal-Agent-Modell darstellen.

Sie, der Prinzipal und Fondsinvestor, setzen einen Agenten ein, der Ihr Vermögen in Ihrem Namen verwalten soll.

Dabei herrschen asymmetrische Informationen zwischen Ihnen (Prinzipal) und dem Fondsmanager (Agent).

Wie üblich bei dieser Art von Situation besitzt eine Partei Informationen (meistens der Agent, weswegen er angestellt wird), die nach Menge und Qualität besser als die der anderen Partei oder ihr übergeordnet sind.

Denn Sie können die Arbeit des Managers nicht vollständig oder nur mit sehr hohem Aufwand und hohen Kosten kontrollieren.

Verfolgt der Manager wirklich zu 100 % die Ziele des Fonds?

Letztlich können Sie die Leistung nur an den Fondsberichten messen. Somit besteht grundsätzlich immer die Gefahr, dass der angestellte Agent in seinem eigenen Interesse handelt und nicht im Interesse des Prinzipals.

Das folgende Kapitel zeigt die Merkmale eines guten Fonds und woran Sie ihn erkennen können.

Dabei gehen wir auf verschiedene Kennzahlen ein, die im Marketing eines Fonds verwendet werden, und zeigen deren Schwächen im Erklärungsgehalt auf.

Denn diese Kennzahlen mögen zwar schön aussehen, geben aber unter Umständen ein verzerrtes Bild der Realität.

4.1 Woran erkenne ich einen guten Fonds?

Kommunikation

Ein wichtiges, aber leider unterschätztes Kriterium ist die Kommunikation des Fondsmanagers.

Er sollte klar darstellen, welche Strategie er verfolgt, sie regelmäßig aktualisieren und im Zusammenhang mit dem jeweiligen Marktumfeld kommentieren.

Denn die oberste Regel für den Investor lautet:

„Ich investiere in das, was ich verstehe, und verstehe, in was ich investiere“.

Im Endeffekt muss sich der Anleger mit seinem (Fonds-)Investment wohlfühlen. Aber nicht nur die Strategie sollte klar kommentiert werden, auch der dahinterstehende Investmentprozess sowie die einzelnen Positionen und ihre Logik sollten transparent dargestellt sein.

In der Theorie ist jede Strategie profitabel, doch oft scheitert sie eher an der Umsetzung als an ihren Konstruktionsprinzipien.

Idealerweise kommuniziert das Fondsmanagement, in welchen Marktphasen die Strategie hohe Profite erwarten lässt und in welchen Phasen nicht.

Eine gute Kommunikation hilft den Anlegern auch in turbulenten Marktphasen, die Ruhe zu bewahren (siehe Behavior Gap oben), und bildet den Grundstein für langfristigen Erfolg.

Active Share

Grundsätzlich suchen Sie einen Investmentfonds, der seinem spezifischen Benchmark-Index nicht zu sehr ähnelt.

Denn andernfalls könnten Sie sich auch für die Alternative ETF entscheiden, die für Sie mit dem gleichen Service, aber geringeren Gebühren verbunden ist.

Die Kennzahl Active Share misst, wie stark sich die Zusammensetzung des Fonds mit der des Vergleichsindex überlappt.

Ein Wert von null bedeutet, dass Fonds und Index identisch sind. Die Chance, den Vergleichsindex zu schlagen, ist bei einem hohen Wert wahrscheinlicher als bei einem niedrigen.

Schließlich kann man den Markt nur übertreffen, wenn man etwas anders macht als der Markt. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Active Share und Outperformance nur geringfügig signifikant.

Upside and Downside Capture Ratio

Um zu messen, inwieweit ein Fonds den Bewegungen eines Index folgt, werden die beiden Kennzahlen Upside und Downside Capture Ratio herangezogen.

Die Upside Capture Ratio gibt die relative Entwicklung zur Benchmark für die Monate an, in denen die Performance positiv war.

Die Downside Capture Ratio ist das Pendant und misst die relative Performance zum Index in Verlustmonaten.

Ein Wert von über 100 bedeutet, dass der Fonds im Aufwärtstrend stärker zulegt beziehungsweise im Abwärtstrend stärker verliert als die Benchmark.

Im optimalen Fall weist ein Fonds eine Upside Capture Ratio von über 100 und eine Downside Capture Ratio von unter 100 auf.

Man sollte möglichst vermeiden, in Fonds zu investieren, die eine Upside Capture Ratio von genau 100 haben. Denn in diesem Fall wäre ein Investment in die Benchmark, aufgrund der geringeren Kosten, rentabler.

Alpha und Information Ratio

Die Kompetenz des Managements zu messen ist sehr schwer.

Denn der Erfolg hängt von anderen Faktoren ab, darunter auch Glück. Allerdings kann das Alpha ein Indiz für die Fähigkeiten eines Fondsmanagers sein.

Das Alpha gibt an, inwieweit der Vergleichsindex geschlagen werden konnte. Die Kennzahl kann also auch negativ sein. Zusätzlich misst die Information Ratio, ob die Abweichungen vom Vergleichsindex genutzt werden konnten, um ihn zu schlagen.

Die Kennzahl ergibt sich aus der Differenz zwischen Fonds- und Indexrendite dividiert durch den Tracking Error.

Der Tracking Error misst die Abweichung des Fonds von seiner Benchmark.

Je höher die Information Ratio, desto besser.

Sowohl bei der Information Ratio als auch beim Alpha ist es wichtig, einen geeigneten Vergleichsindex heranzuziehen. Zwar ist das nur selten möglich, doch der Vergleichsindex sollte den Großteil der Positionen des Fonds enthalten.

Neben der reinen Performanceentwicklung der Fonds eignen sich zusätzlich unterschiedliche Risikokennzahlen zur Bewertung und zum Vergleich von Investmentfonds.

Die Idee dahinter:

Bei gleicher Performance zweier Fonds präferiert der Anleger denjenigen mit dem geringeren Risiko. Das ist auch das ursprüngliche Ziel eines Fonds, nämlich das Risiko für den Kunden ohne Renditeeinbußen zu minimieren.

Value at Risk

Der Value at Risk (VaR) gibt an, wie hoch der potenzielle maximale Verlust – gemessen am Marktwert – unter normalen Marktbedingungen ist, wenn eine bestimmte Haltedauer und eine bestimmte Wahrscheinlichkeit (=Konfidenzintervall) vorgegeben werden.

Beispielsweise bedeutet ein VaR-Wert von 100 EUR mit einer eintägigen Haltedauer und einem Konfidenzintervall von 99 %, dass mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit der Verlust in den nächsten 24 Stunden nicht mehr als 100 EUR betragen wird.

Kursstabile Fonds, wie Geldmarktfonds, weisen einen VaR-Wert von 0 auf.

Doch bei dieser Kennzahl ist Vorsicht geboten. Ein niedriger Wert ist nicht gleichzusetzen mit einer hohen Sicherheit während eines Crashs.

Denn diese besonderen Marktphasen werden im Modell meist nicht genau berücksichtigt.

Genau genommen unterstellt das VaR-Modell eine Normalverteilung.

In der Normalverteilung sind extreme Marktbewegungen wie sie in Börsencrashs vorkommen (z. B. „Black Friday“ 1987, Dot.com-Blase 2000 oder Weltwirtschaftskrise 2008/2009) mit einer Wahrscheinlichkeit von nahe 0 % möglich.

In der Realität besitzt diese Glockenkurve höhere Randverteilungen (engl. Fat Tails). Grafik 3 zeigt diesen Zusammenhang am Beispiel des SPDR S&P500 ETF (SPY) zwischen 2005 und 2020.

Tägliche Preisveränderung von 2005 bis 2020

Ein niedriger VaR sagt lediglich aus, dass die Schwankungen gering sind. Auch der angegebene maximale Verlust in einer Krise kann größer ausfallen als berechnet.

Bei langen Zeiträumen verliert diese Kennzahl ihre Aussagekraft.

Sharpe Ratio

Als Anleger möchten Sie für das eingegangene Risiko belohnt werden.

Aber Sie möchten auch kein zu großes Risiko eingehen, also unnötige Risiken vermeiden. Beim bloßen Betrachten der Performance ist unklar, inwiefern sich das eingegangene Risiko gelohnt hat.

Dabei hilft die Sharp Ratio.

Die Sharp Ratio setzt die Performance und die Volatilität eines Portfolios ins Verhältnis.

Sie gibt die Rendite pro Risikoeinheit an. Je höher die Sharp Ratio, desto höher die Entschädigung für das eingegangene Risiko.

Die Sharpe Ratio wird folgendermaßen berechnet:

Sharpe Ratio = Fondsrendite-risikolose Rendite / Volatilität

Die risikolose Rendite ergibt sich aus der Verzinsung einer langlaufenden und sicheren Staatsanleihe, zum Beispiel einer 10-jährigen Bundesanleihe.

Die Volatilität ist ein Maß für die Schwankungsbreite des Fonds.

Ein Wert größer 0 bedeutet, dass eine Überschussrendite erwirtschaftet werden konnte. Liegt der Wert zwischen 0 und 1, so entspricht die Überschussrendite des Fonds nicht dem eingegangenen Risiko.

Der Anleger wird für das Risiko nicht ausreichend entschädigt. Ist der Wert größer als 1, so wurde der Anleger für sein Risiko belohnt. Ist die Kennzahl negativ bedeutet das, dass der Fonds die risikolose Verzinsung am Geldmarkt nicht erzielen konnte.

Maximum Drawdown

Eine weitere Kennzahl, die ein Indiz für das Risikomanagement eines Fonds liefert, ist der Maximum Drawdown.

Der Maximum Drawdown gibt den maximalen relativen Verlust eines Fonds innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an.

Dabei wird die Differenz zwischen Höchst- und Tiefststand gemessen.

Besonders die Betrachtung der Kennzahl während eines Börsencrashs ist hilfreich.

Doch Vorsicht:

Häufig wird die Kennzahl nur für einen Zeitraum angegeben, der keinen Börsencrash enthält. So bezieht sie sich häufig nur auf Bullenmärkte.

Hier lohnt sich eine möglichst langfristige Betrachtung der Kennzahl, besonders ein Blick auf die Krisenjahre, sofern der Fonds zu dieser Zeit bereits existierte.

Hit Rate und Win-Loss Ratio

Außerdem ist es interessant, zu wissen, in welchem Verhältnis die Gewinntrades zu den Verlusttrades stehen.

Aufschluss darüber kann die Hit Rate liefern.

Je höher die Hit Rate, desto mehr erfolgreiche Geschäfte wurden abgeschlossen.

Doch viel wichtiger als die Gewinnquote ist die Effektivität der erfolgreichen Trades, also die Frage nach der relativen Höhe der erzielten Gewinne.

Das wird durch die Win-Loss Ratio deutlich gemacht.

Diese Kennzahl setzt den durchschnittlichen Gewinn einer Gewinnposition ins Verhältnis zum durchschnittlichen Verlust einer Verlustposition. Je höher der Wert, desto besser.

Diese Win-Loss Ratio ist ebenfalls ein Indiz für das Risikomanagement und die Portfolioabsicherung eines Fonds.

Total Expense Ratio

Doch nicht nur die Performance des Fonds gilt es beim Vergleich zu beachten.

Investmentfonds lassen sich ebenfalls anhand von Gebühren vergleichen.

Denn zu hohe Kosten können eine eigentlich gute Performance zunichtemachen.

Bei gleicher oder ähnlicher Performance gilt, dass der kosteneffektivere Fonds bevorzugt werden sollte.

Die Total Expense Ratio (TER) gibt den prozentualen Gebührenaufwand für einen Fonds an.

Allerdings ist der Name TER irreführend. Denn diese Kennzahl gibt nicht die gesamten Kosten eines Fonds an, sondern nur die laufenden jährlichen Kosten.

Hinzugerechnet werden müssen alle anderen Kosten, die fällig werden, also der einmalige Ausgabeaufschlag, der unabhängig von der Performance des Fonds fällig wird, sowie die Erfolgsgebühr, die anfällt, wenn die Benchmark geschlagen wurde (auch bei Verlusten möglich).

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