KWS Saat Aktie – Langfrist-Gewinner mit hoher Krisenresistenz

“Seit über 160 Jahren steht KWS Saat Aktie für Tradition, Bodenhaftung und erfolgreiche Pflanzenzüchtung, aber auch für Weltoffenheit und internationales Wachstum.”

Die Beschreibung klingt wie eine Werbebotschaft – und ist es auch! Es spiegelt aber meiner Ansicht nach auch das wieder, was mehr und mehr Investoren zukünftig nachfragen werden. Anleger, die genug haben von irrationalem Überschwang, Bilanztricksereien und Lügen.

Die KWS Saat Aktie ist hier der fast perfekte Gegenentwurf.

Die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln leidet nach wie vor unter Verteilungsproblemen und der schlechten Ausnutzung von Anbauflächen.

Immer noch leidet weltweit jeder neunte Mensch an Hunger.

KWS Saat hilft einem intensiven Forschungsfokus auf ertragreichere Kulturen und robustere Pflanzen dagegen zu steuern und kann dabei große Erfolge vorweisen.

Im Bereich Zuckerrüben und Futtermais ist KWS europäischer Marktführer.

Mit mehr als 40 Tochtergesellschaften in 70 Ländern bringt es das Unternehmen inzwischen auf einen Börsenwert von fast 2,4 Mrd. EUR.

KWS Saat Aktie Kurs

Jedes Jahr werden rund 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Positiv ist dabei in jedem Fall, dass es auch eine gewisse politische Unterstützung gibt.

Von der Europäischen Investitionsbank (EIB) hat KWS zum Ende des Halbjahres ein Darlehen über 200 Millionen Euro zur besonders attraktiven Konditionen erhalten.

Umgekehrt engagiert sich KWS auch in Bereichen, die nicht unbedingt dem Kerngeschäft zuzuordnen sind.

Gemeinsam mit der Abteilung Agrartechnik der Universität Göttingen und dem Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) testen die Einbecker (südliches Niedersachsen) verschiedene Robotersysteme im Feld, die zur Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben eingesetzt werden.

Man bietet damit den Herstellern eine Plattform für ihre Technik. Ich halte es für gut möglich, dass KWS zukünftig noch stärker in diesen Bereich Smart Farming einsteigt.

Wichtig ist aber vor allem, dass es momentan im Kerngeschäft so gut läuft.

In den ersten 9 Monaten 2019/20 stieg der Umsatz um satte 18 Prozent auf über eine Mrd. Euro. Das organische Wachstum soll dabei nach Unternehmensangaben bei rund 10 Prozent gelegen haben.

Das EBITDA verbesserte sich um 17,5 Prozent auf 247,4 Mio. Euro.

Unterm Strich bleiben damit netto 137,9 Mio. Euro oder 4,18 Euro je Aktie – das entspricht jeweils einer Steigerung um fast 8 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2019/20 (Ende 30.09.2020) ist das KWS-Management daher optimistisch und will jeweils das obere Ende der einst prognostizierten Wachstumsziele beim Umsatz von 8 bis 12 Prozent und der EBIT-Marge von 11 bis 13 Prozent erreichen.

Zudem verweist KWS darauf, dass sich die Prognose „exklusive nicht-zahlungswirksamer Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation für die Akquisition von Pop Vriend Seeds“ verstehe.

Das EBITDA der KWS Gruppe wird aber deutlich über dem Vorjahreswert erwartet. Positiv für das 1856 gegründete Traditionsunternehmen ist auch die momentan hohe Nachfrage nach Mais und die entsprechend gute Preisentwicklung. Saatgut für Mais hat einen Anteil von immerhin noch rund 40 % am Gesamtumsatz und ist auch maßgeblich für den Gewinn verantwortlich.

Zu bedenken ist, dass dem Börsenpublikum nur jede dritte Aktie zum Handel zur Verfügung, da die Familien Büchting, Oetker und Giesecke 56,1% und die Tessner Beteiligungs-GmbH 13,8% der Stücke halten.

Deswegen ist die Aktie markteng und wenig beachtet. Das Geschäft ist stark saisonal. Bewertungstechnisch ist die Aktie mit einem 2022er-KGV von 19 im historischen Vergleich durchschnittlich bewertet.