Investmentfonds: Was ist ein Investmentfonds – Definition und Erklärung

Wer sich nicht dauerhaft mit Minirenditen abgeben will, sollte sich auch mit Investmentfonds beschäftigen. Investmentfonds bieten Anlegern die Möglichkeit, sich mit wenig Aufwand und kleinen Anlagebeträgen ein breit gestreutes Portfolio aufzubauen.

Was ist ein Investmentfonds?

Investmentfonds bündeln das Kapital vieler Anleger und verteilen es für diese auf viele verschiedene Anlagen. Viele Anleger können oder wollen sich nicht ständig darum kümmern, die besten Anlagemöglichkeiten an den internationalen Aktien-, Anleihen- oder Immobilienmärkten zu suchen.

So mancher möchte auch gern von der Entwicklung an den Kapitalmärkten profitieren, ihm fehlt jedoch das Kapital, das nötig wäre, um mit professionellen Vermögensverwaltern und Banken mithalten zu können.

Kleinanleger, die zum Beispiel gerade erst ins Berufsleben gestartet sind oder noch ein Eigenheim abbezahlen, suchen nach einer Möglichkeit, mit kleinen Summen regelmäßig rentabel für die Altersvorsorge zu sparen. Für alle diese Anlegergruppen sind Investmentfonds, kurz: Fonds, ideal.

Sie bieten die Möglichkeit, sich ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand an den Börsen zu engagieren.

Lassen Sie uns über Ihren Vermögensaufbau sprechen

Einer unserer Hauptschwerpunkte in unserer Investmentberatung ist der langfristige Vermögensaufbau mit Investmentfonds. Wichtig ist für uns dabei Ihnen eine individuelle Anlagestrategie mit an die Hand zu geben, die auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten ist. Vereinbaren Sie noch heute ein kostenloses Beratungsgespräch mit mir.

Das Prinzip hinter Investmentfonds

Das Prinzip eines Investmentfonds ist einfach: Eine Fondsgesellschaft (auch Kapitalverwaltungsgesellschaft genannt) legt einen Fonds mit einem bestimmten Anlageschwerpunkt auf.

Die Anleger können Anteile am Fonds kaufen, indem sie einmalig einen größeren Betrag investieren oder über einen Sparplan regelmäßig Geld einzahlen. So bündelt die Fondsgesellschaft das Kapital vieler Anleger im Fonds, und es entsteht ein großes Fondsvermögen.

Um die professionelle Verwaltung und Anlage des gesammelten Geldes kümmert sich ein Profi, der Fondsmanager. Er kann je nach Schwerpunkt des Fonds Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe oder andere Fonds damit kaufen.

Beispielsweise wird der Fondsmanager eines Aktienfonds mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit in deutsche Aktien investieren; liegt der Anlageschwerpunkt des Fonds auf europäischen Anleihen, wird er hingegen am Markt für europäische Anleihen nach lukrativen Papieren suchen.

Die Fondsgesellschaft kann im Gegensatz zu einzelnen Anlegern an den Finanzmärkten als Großanleger auftreten und zum Beispiel kostengünstiger und wirtschaftlicher investieren, als es für einen Anleger allein möglich wäre. Das Fondsmanagement hat überdies häufig Wissens- und Informationsvorsprünge gegenüber Privatanlegern.

So besuchen zum Beispiel viele Fondsmanager die Unternehmen, in die sie investieren wollen, und sprechen mit der Geschäftsführung über die Zukunftsaussichten. Außerdem können Fondsmanager auf einen großen Stab an Analysten und Experten in den Anlageregionen zurückgreifen.

Da sie sich täglich mit dem Markt Geschehen auseinandersetzen, können sie schneller als ein einzelner Anleger Veränderungen erkennen und entsprechend reagieren.

Die Fondsgesellschaft unterliegt den Vorgaben des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB).

Dieses schreibt unter anderem vor, dass Fonds den Grundsatz der Risikostreuung einhalten müssen. Danach dürfen Aktienfonds grundsätzlich nur maximal 5 Prozent des Fondsvermögens in ein einzelnes Wertpapier investieren.

Wenn die Vertragsbedingungen des Fonds dies vorsehen, dürfen bis zu 10 Prozent in ein einzelnes Wertpapier investiert werden, und zwar bis zu einer Obergrenze von 40 Prozent.

Der Fonds muss also mindestens 16 verschiedene Werte halten (4 x 10 plus 12 x 5).

Bei Offenen Immobilienfonds ist es in der Anlaufzeit ausreichend, wenn sie über nur drei Objekte verfügen, danach müssen sie aber mehr Objekte erwerben, um dem Grundsatz der Risikomischung gerecht zu werden. Dabei darf der Preis einer neuerworbenen Immobilie 15 Prozent des Fondsvermögens nicht übersteigen.

Ein großer Vorteil von Investmentfonds ist daher, dass Anleger sich mit kleinen Anlagebeträgen beteiligen und dennoch eine breite Streuung (Diversifikation) in unterschiedliche Wertpapiere und Finanzmärkte erreichen können.

Am Beispiel eines Aktienfonds lässt sich das leicht verdeutlichen:

So müsste in ein Depot aus Einzelaktien deutlich mehr Kapital fließen als in einen entsprechenden Aktienfonds, um eine ausreichende Streuung zu gewährleisten.

Beim Fonds ist das Verlustrisiko gemessen am Gesamtvermögen erheblich niedriger als bei einem Depot, das nur aus wenigen Einzelaktien besteht.

Wenn sich im Fonds einige Werte schlecht entwickeln, gibt es noch viele andere, die dies ausgleichen können. In einem Einzeldepot mit wenigen Aktien wirken sich schlecht laufende Werte hingegen prozentual deutlich stärker aus.

Publikumsfonds

Fonds, die allen Anlegern offenstehen und deren Anteile nicht beschränkt sind, werden als Publikumsfonds bezeichnet. Hingegen sind sogenannte Spezialfonds nicht für die breite Öffentlichkeit, sondern vor allem für institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen konzipiert. Spezialfonds sind weniger reguliert als Publikumsfonds, da sie sich nur an einen ausgewählten Anlegerkreis wenden.

Der Anteilspreis eines Fonds kann dennoch stark schwanken.

Das Marktrisiko bleibt:

Wenn die Kurse der Märkte fallen, in denen ein Fonds laut seinen Anlagegrundsätzen investiert ist, wird auch der Wert des Fonds fallen.

Anleger haben als Fondsinhaber aber nicht wie der Direktanleger das Risiko, womöglich genau die „falschen“ Titel gekauft zu haben, die sich unabhängig vom Markt schlecht entwickeln.

Oft können sich Anleger schon ab einem Betrag von 250 Euro an einem Fonds beteiligen. Spätere weitere Einzahlungen in gleicher Höhe oder mit einem größeren Betrag sind grundsätzlich jederzeit möglich.

Für Anleger mit kleinerem Geldbeutel bieten viele Fondsgesellschaften sparplanfähige Fonds an. Dann können Anleger mit regelmäßigen Beiträgen ab oft schon 25 Euro im Monat in den Fonds sparen, um zum Beispiel langfristig für den Ruhestand vorzusorgen.

Die Fondsgesellschaften informieren in Halbjahres- und Jahresberichten ausführlich über ihre Transaktionen.

Auf ihren Homepages veröffentlichen viele Informationen über die aktuelle Aufteilung des Fondsvermögens nach

  • Ländern,
  • Regionen,
  • Branchen
  • Anlageklassen
  • sowie die größten Einzelpositionen.

In den sogenannten Wesentlichen Anlegerinformationen werden die wichtigsten Informationen zum jeweiligen Fonds für Anleger auf zwei DIN-A4-Seiten zusammengefasst.

Investmentfonds – Arten

Anleger haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen Fondsarten. Die wichtigsten sind Aktien- und Rentenfonds. Dazu kommen offene Immobilienfonds, Mischfonds und zahlreiche weitere:

01. Aktienfonds

Diese investieren das Geld der Anleger in Aktien, also Anteilen an börsennotierten Unternehmen. Je nach Land oder Region, auf die sich die Fondsmanager bei der Auswahl der Aktien konzentrieren, unterscheidet man weltweit anlegende,

  • Regionenfonds
  • oder Länderfonds.

Aktienfonds Welt, auch weltweit oder international anlegende Fonds genannt, investieren das Geld der Anleger in Aktien von Unternehmen rund um den Globus. Regionenfonds beschränken die Auswahl auf bestimmte Regionen.

So investieren Aktienfonds Europa nur in europäischen Ländern, Aktienfonds Asien kaufen nur Aktien aus Asien. Länderfonds wiederum suchen nur in bestimmten Ländern nach aussichtsreichen Aktien (zum Beispiel Deutschland, USA oder China). Andere Fonds konzentrieren sich auf bestimmte Branchen oder Anlagethemen.

Branchenfonds sind Aktienfonds, die ausschließlich in Unternehmen einer bestimmten Branche (beispielsweise Pharma-, Solar- oder Biotechnologieaktien) investieren. Sie werden häufig auf den Markt gebracht, wenn gerade eine bestimmte Branche boomt.

Themenfonds setzen auf eine einzige Anlageidee, etwa auf Informationstechnologie oder Neue Energien. Breit gestreut welt- oder europaweit anlegende Aktienfonds rechnet man meist zu den sogenannten Basisanlagen bei der Fondsanlage. Fonds mit speziellen Themen und daher auch höheren Risiken eignen sich grundsätzlich eher als Beimischung. Sie sollten nur einen kleinen Anteil am gesamten Fondsvermögen eines Anlegers ausmachen.

02. Rentenfonds (Anleihefonds)

Das sind Fonds, bei denen die Fondsmanager das Anlegergeld in festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe investieren.

Im Vordergrund stehen dabei Zinserträge. Auch bei Rentenfonds kann man verschiedene Anlageschwerpunkte unterscheiden. So gibt es unter anderem weltweit oder europaweit anlegende Rentenfonds.

Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist, auf welche Herausgeber (Emittenten) sich der Fonds spezialisiert. So können Staaten oder Unternehmen Herausgeber von Anleihen sein. Weitere Unterscheidungskriterien sind die Währung der Anleihen (zum Beispiel Euro oder Dollar) und die Laufzeiten der Papiere.

03. Offene Immobilienfonds

Diese investieren das Anlegerkapital in Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Sie kaufen beispielsweise Einkaufszentren, Hotels und Bürogebäude. Ihre Erträge erwirtschaften sie vor allem mit Mieteinnahmen und Gewinnen aus dem Wiederverkauf der Immobilien.

04. Mischfonds

Bei Mischfonds gibt es viele Anlagestrategien und -Konzepte.

In klassischen Mischfonds wird das Geld der Anleger in einem vorgegebenen Rahmen in Aktien und Anleihen angelegt. Das Fondsmanagement hat einen gewissen Spielraum, wie es Aktien- und Anleihen-Anteil – je nach Marktsituation – gewichtet.

Je höher der mögliche Aktienanteil, desto größer sind die Ertragschancen und Risiken des Fonds. Man kann Mischfonds nach ihrem Aktienanteil grob einteilen in offensive Mischfonds mit der höchsten Aktienquote, defensive mit dem geringsten Aktienanteil und ausgewogene Mischfonds, die sich zwischen den beiden Kategorien bewegen.

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Aktives und passives Management (ETF)

Nur wenige Fondsmanager erzielen bessere Ergebnisse als ihr Vergleichsindex.

Die Entwicklung von Indexfonds (ETF) war daher eine logische Konsequenz. Bei den bereits beschriebenen Fonds verfolgt ein Fondsmanager eine eigene Strategie und setzt sein Können ein, um die Gelder im Fonds möglichst lukrativ anzulegen.

Seinen Anlageentscheidungen liegen Expertenanalysen, Bilanzkennzahlen und Gespräche mit vielen Unternehmensführern zugrunde. Man spricht davon, dass der Fonds aufgrund dieser Aktivitäten aktiv gemanagt wird.

Was sind Investmentfonds

Indexfonds

Daneben gibt es sogenannte Indexfonds. Im Gegensatz zu den aktiv gemanagten Fonds orientiert sich die Zusammensetzung der Indexfonds allein an einem zugrundeliegenden Index.

Ein Dax-Indexfonds bildet den Dax nach, ein Fonds auf den S & P 500 eben diesen Index.

Dazu kann der Indexfonds die Originalwerte kaufen oder die Wertentwicklung des Index künstlich nachbilden. Da kein Fondsmanager erforderlich ist, um aufwendige Anlageentscheidungen zu treffen, spricht man auch von passiv gemanagten Fonds.

ETF

Dazu kann der Indexfonds die Originalwerte kaufen oder die Wertentwicklung des Index künstlich nachbilden. Da kein Fondsmanager erforderlich ist, um aufwendige Anlageentscheidungen zu treffen, spricht man auch von passiv gemanagten Fonds.

Inzwischen hat sich aber der Begriff „ETF“ für Indexfonds weitgehend durchgesetzt.

ETF ist kurz für Exchange Traded Fund. Das heißt so viel wie „börsengehandelter Fonds“.

Denn die meisten Indexfonds werden an der Börse gehandelt. Auch wenn genau genommen nicht alle Indexfonds an der Börse gehandelt werden und nicht alle ETF Indexfonds sind, gebrauchen die meisten Experten die Begriffe synonym. ETF gibt es noch gar nicht lange. Sie haben sich in kurzer Zeit am Markt etabliert.

Die rechtliche Sicherheit von Investmentfonds

Strenge gesetzliche Vorgaben und Sicherheitsmechanismen sorgen dafür, dass das Geld der Anleger im Fonds ordnungsgemäß verwaltet wird und bei einer Pleite der Fondsgesellschaft nicht verloren ist.

Investmentfonds sind „offene Fonds“. Bei ihnen ist die Zahl der Anleger, die sich am Fonds beteiligen können, nicht begrenzt.

Es gibt auch keine Grenzen für das Fondsvolumen, es kann nur wenige Millionen oder sogar viele Milliarden Euro betragen. Auch die Laufzeit der Fonds ist in der Regel offen.

Sowohl aktiv gemanagte Fonds als auch ETF zählen zu den offenen Fonds.

Anders ist dies bei geschlossenen Fonds:

Wenn eine bestimmte festgelegte Gesamtanlagesumme erreicht ist, wird der Fonds geschlossen. Geschlossene Fonds sind in der Regel unternehmerische Beteiligungen, bei denen ein Verkauf während der oft sehr langen Laufzeit kaum möglich ist.

Wenn von „Aktien oder Rentenfonds“ die Rede ist, sind üblicherweise die offenen Investmentfonds gemeint.

Vorsicht vor geschlossenen Fonds

Anders als offene Investmentfonds werden geschlossene Fonds nicht an der Börse gehandelt. Bei ihnen wird der Anleger Mitunternehmer (in der Regel Kommanditist) mit allen Chancen und Risiken.

Investitionsgüter für geschlossene Fonds können neben Immobilien unter anderem

  • Schiffe (Schiffsfonds),
  • Windkraftanlagen,
  • Zweitmarkt-Kapitallebensversicherungen (US-, britische oder deutsche Lebensversicherungen),
  • Venture-Capital/Private-Equity oder Filme (Medienfonds)

sein. Während der Beteiligungsdauer von in der Regel sieben und mehr Jahren ist ein Verkauf der Beteiligung häufig kaum möglich. Solche Fonds weisen meist ein extrem hohes Risiko auf und sind für Kleinanleger nicht geeignet.

Das Kapitalanlagegesetzbuch

Am 22. Juli 2013 löste das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) das Investmentgesetz in Deutschland ab.

Seither ist es die rechtliche Grundlage für Verwalter offener und geschlossener Fonds. Das KAGB hat das Ziel, für den Schutz der Anleger einen einheitlichen Standard zu schaffen und den grauen Kapitalmarkt (vor allem bei geschlossenen Fonds) einzudämmen.

Das KAGB brachte auch einige Begriffsänderungen mit sich. So wurden aus den bisher Kapitalanlagegesellschaft (KAG) genannten Fondsgesellschaften durch das neue Gesetz Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG).

Die Depotbank wird im KAGB jetzt Verwahrstelle genannt. Die alten Begrifflichkeiten sind unter Fachleuten aber immer noch gebräuchlich.

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Bei Insolvenz geschützt

Das Fondsvermögen steigt durch neue Einlagen von Anlegern und erwirtschaftete Gewinne oder fällt durch die Rückerstattung von Anteilen der Anleger oder erlittene Verluste.

Der Gesamtbetrag dieses Vermögens ist rechtlich sogenanntes Sondervermögen.

Dies bedeutet, dass die Anlegergelder im Fonds getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft bei einer unabhängigen Depotbank (Verwahrstelle) verwahrt werden und weder die Fondsgesellschaft noch der Fondsmanager darauf zugreifen kann.

Deshalb ist es vor einer Insolvenz der Fondsgesellschaft oder einer Veruntreuung durch den Fondsmanager geschützt.

Der Investmentfonds haftet auch nicht für Schulden der Fondsgesellschaft. Die Depotbank gibt Anteilsscheine am gesamten Fondsvermögen an die Anleger aus. Dabei wird bis auf drei Nachkommastellen genau berechnet, mit welchem Anteil der jeweilige Anleger Miteigentümer am Fondsvermögen ist.

Mit der Depotbank haben Sie als Anleger übrigens keinen direkten Kontakt. Sie kaufen die Anteilsscheine zum Beispiel über eine Bank und verwahren sie in Ihrem Wertpapierdepot bei einer beliebigen Bank.

Hier ist also zu unterscheiden zwischen der Depotbank als dem Kreditinstitut, bei dem das Sondervermögen von Investmentfonds hinterlegt und verwaltet wird, und dem Depot des Anlegers bei einer Bank, in dem seine persönlichen Wertpapiere geführt werden.

Investmentfonds

Ausstieg jederzeit möglich

Die Fondsgesellschaft ist verpflichtet, die Fondsanteile eines Anlegers jederzeit zum dann gültigen Rücknahmepreis zurückzunehmen. Eine Ausnahme sind offene Immobilienfonds.

Bei ihnen gibt es zur Steuerung der flüssigen Mittel im Fonds besondere Kündigungsfristen, und die Rückgabe von Anteilen ist ab einer bestimmten Höhe aussetzbar. Es ist Aufgabe der Verwahrstelle, neue Anteilsscheine auszugeben und sie von Anlegern, die verkaufen, zurückzunehmen.

Dazu ermittelt sie börsentäglich den Nettoinventarwert.

Der Preis eines Anteils an einem Investmentfonds wird nicht wie bei Aktien oder Anleihen durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der Wert ergibt sich vielmehr, indem das Fondsvermögen durch die Anzahl der Anteilsscheine dividiert wird.

Steigt der Wert der vom Fonds gehaltenen Anlagen, erhöht sich das Fondsvermögen und somit der jeweilige Anteilspreis. Da sich die Kurse der Wertpapiere im Fonds im Laufe eines Tages ständig ändern, wird der Rücknahmepreis meist nur einmal pro Tag festgestellt.

Dabei wird eine bestimmte Stichzeit zugrunde gelegt – beispielsweise 13 Uhr. Dieser Preis gilt dann für alle Aufträge, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (zum Beispiel bis 10 Uhr) bei der Fondsgesellschaft eingehen. Orders, die später eingehen, werden zum Anteilspreis des nächsten Tages abgerechnet.

Handel über die Börse

Neben der Möglichkeit, Fondsanteile über Ihre Bank an die Fondsgesellschaft zurückzugeben, gibt es mittlerweile für viele Fonds einen regen Börsenhandel, der ebenfalls über die Bank läuft.

Fondsinhaber können somit auch außerhalb der Stichzeiten der Fondsgesellschaften zu den Börsenhandelszeiten ihre Anteile an Dritte verkaufen. An den Börsen bestimmt sich der Preis nach Angebot und Nachfrage.

Bei ETF wird aber der Verkauf in der Regel eingestellt, wenn der Preis der ETF an der Börse zu sehr vom Wert der darin enthaltenen Aktien abweicht. Der Vorteil der Rückgabe an die Fondsgesellschaft ist, dass dies grundsätzlich kostenlos ist, während Anleger beim Verkauf über die Börse die normalen Transaktionskosten bezahlen müssen.

Anleger können den Fonds auch dann an die Fondsgesellschaft zurückgeben, wenn sie ihn über die Börse gekauft haben. Andererseits rechnen Fondsgesellschaften nur einmal täglich ab. Für Anleger, die schnell einen Fonds kaufen oder verkaufen wollen, kann sich daher die Abwicklung über die Börse anbieten.

Gut zu wissen

Auch offene Investmentfonds geben in bestimmten Ausnahmefällen keine Anteile mehr aus. Hintergrund dafür ist meist, dass das Fondsmanagement die ihm zufließenden Anlegergelder nicht mehr sinnvoll investieren kann, die Nachfrage nach Fondsanteilen also die Investitionsmöglichkeiten übersteigt.

Vor allem Fonds, die in kleineren Nischen investieren, wie zum Beispiel in kleine Schwellenländer oder Nebenwerte, sind davon betroffen, wenn sie zu erfolgreich sind und deshalb zu viele Anlegergelder anziehen.

An der Börse können solche Fonds weiterhin gehandelt werden, vorausgesetzt, es gibt Anleger, die ihre Anteile verkaufen wollen. In einigen Fällen wurden offene Fonds aber auch schon geschlossen, weil sie keine liquiden Mittel mehr hatten, um Anleger auszuzahlen. Dann nahmen sie keine Anteile mehr zurück. Das war in der Finanzkrise bei offenen Immobilienfonds der Fall.

Die Verwahrstelle (Depotbank)

Die Verwahrstelle ist ein rechtlich und personell von der Fondsgesellschaft unabhängiges Kreditinstitut, bei dem das Sondervermögen eines Fonds hinterlegt wird.

Daneben wacht die Verwahrstelle darüber, dass die Fonds die gesetzlichen Anlagegrenzen einhalten. Es dürfen bei aktiv gemanagten Fonds in keinem Fall mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens in Wertpapiere nur eines Unternehmens investiert werden.

Außerdem sorgt die Verwahrstelle dafür, dass sämtliche Zahlungen von Anlegern geleistet werden. Sie überwacht die Ermittlung der Anteilswerte durch die Fondsgesellschaft und prüft, ob die im Namen des Fonds durchgeführten Geschäfte zu marktüblichen Kursen erfolgt sind.

Die Verwahrstelle übernimmt auch die Umbuchung von Wertpapieren bei der Abwicklung von Wertpapierkäufen und -Verkäufen in die entsprechenden Depots.

Aufsicht über die Investmentfonds-gesellschaften

Viele Fonds, die in Deutschland vertrieben werden, wurden zum Beispiel in Luxemburg oder Irland aufgelegt. Europäische Richtlinien regeln, was ein Fonds erfüllen muss, um europaweit angeboten werden zu können.

Die Finanzaufsicht des Landes, aus dem der Fonds stammt, ist dann für die Aufsicht zuständig. Die Europäischen Richtlinien für Fonds werden OGAW-Richtlinien genannt (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren, englisch UCITS), und sie regeln recht detailliert, in welche Vermögensgegenstände Fonds anlegen dürfen, wie sehr sie ihr Vermögen streuen müssen und welche Anforderungen es an den Geschäftsprozess, die Geschäftsführer und an die Verwahrstellen gibt.

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Die Risiken von InvestmentFonds

Investmentfonds sind trotz Anlagestreuung und rechtlicher Vorgaben nicht ohne Risiken. Die wichtigsten sollten Sie kennen. Auch wenn Sie bei der Anlage in Fonds das Risiko gegenüber der Investition in Einzelaktien breiter streuen, sind Fonds natürlich nicht risikolos.

Da ist zum einen das allgemeine Marktrisiko, dem sich auch Fonds nicht entziehen können:

ETF zeichnen schon per Definition den Index und damit die allgemeine Kursentwicklung an den Aktien-, Renten-, Immobilien oder Rohstoffmärkten nach.

Aber auch die besten aktiv gemanagten Fonds können sich einer schlechten Marktentwicklung nie komplett entziehen. Daneben gibt es weitere Risiken, die Sie kennen sollten, um gegebenenfalls darauf reagieren zu können.

Risiken bei speziellen InvestmentFonds

Bei Investmentfonds, die auf spezielle Anlagebereiche beschränkt sind, können zum allgemeinen Marktrisiko noch länder-, branchen- oder technologiespezifische Risiken kommen.

Hier gilt als Faustregel:

Je spezieller das Anlageuniversum des Fonds, desto höher das Risiko. Denn wenn die Branche, die Technologie oder das Land, in die der Fonds investieren darf, nicht mehr so gefragt sind, wird es für den Fondsmanager immer schwerer, noch lukrative Anlagen zu finden.

Beispielsweise haben sich viele Internet- oder Hightech-Fonds, die vor dem Platzen der „Neue-Markt-Blase“ aufgelegt wurden, nicht mehr von den Verlusten erholt.

Managementrisiko bei aktiv gemanagten Fonds

Auf der einen Seite ist es ein Vorteil von Fonds, dass Anleger die Entscheidung über konkrete Anlagen dem Fondsmanagement überlassen können. Dieser Vorteil kann aber auch ein Risiko sein, wenn der Fondsmanager bei seiner Titelauswahl sowie dem Timing des Ein- und Ausstiegs in Anlagen kein glückliches Händchen hat oder sich schlimmstenfalls als unfähig erweist.

Halten Fondsmanager stur an ihrer Strategie fest, obwohl diese sich als falsch erwiesen hat, kann dies zu größeren Verlusten des Fonds führen. Aber auch häufige Strategiewechsel können die Performance nachhaltig beeinträchtigen, wenn die ursprünglichen Strategien nicht genug Zeit hatten, sich zu entwickeln. Auch ein personeller Wechsel im Fondsmanagement kann ein Risiko für Anleger bedeuten, wenn beispielsweise ein langjährig erfolgreicher Fondsmanager durch einen jungen, unerfahrenen Kollegen ersetzt wird.

Sie sollten daher regelmäßig, beispielsweise jährlich, kontrollieren, ob Ihr Fonds noch „in der Spur“ ist.

Stellen Sie fest, dass die Performance nachlässt, prüfen Sie, worauf das zurückzuführen ist.

  • Auf einen schwachen Markt?
  • Einen Managerwechsel?
  • Auf falsche Entscheidungen des Managements?

Überlegen Sie dann, ob Sie dem Fonds mittel- bis längerfristig dennoch weiterhin zutrauen, gute Ergebnisse im Vergleich zu Konkurrenzprodukten mit der gleichen Ausrichtung zu erzielen. Wenn nicht, sollten Sie über einen Fondswechsel nachdenken.

Währungsrisiken

Investiert ein Fonds auch in Wertpapiere, die nicht auf die Währung Euro lauten, sind die Fondsinhaber ebenso wie Direktanleger einem Wechselkursrisiko zum Euro ausgesetzt.

So kauft beispielsweise ein internationaler Aktienfonds auch an ausländischen Börsen ein.

Die Aktien an der New York Stock Exchange oder der Computerbörse Nasdaq notieren in Dollar, in London gelistete Papiere lauten auf Pfund, japanische Aktien in Tokio wechseln in Yen ihren Besitzer.

Das Schwanken der Wechselkurse muss allerdings nicht unbedingt ein zusätzliches Risiko bedeuten.

Im Gegenteil:

Kursschwankungen von Aktien und Währungsrisiken gleichen sich zum Teil sogar aus. Im Übrigen haben Anleger nicht nur ein Verlustrisiko mit ausländischen Währungen. Wenn es gut läuft, können sie ihre Rendite auch steigern.

Beispiel:

Der Euro ist im Verlauf eines Jahres gegenüber dem Dollar gefallen. Das bedeutet, für einen Euro erhält man jetzt weniger Dollar oder umgekehrt für einen Dollar mehr Euros.

Das hat zur Folge, dass Aktienfonds, die in Aktien aus den USA investiert haben, zusätzliche Währungsgewinne erzielt haben.

Das sind unter anderem auch weltweit anlegende Fonds, da diese häufig mehr als die Hälfte ihres Fondsvermögens in den USA investieren. Fällt der Euro auch im Vergleich zum Schweizer Franken oder zum britischen Pfund, erzielen auch Fonds, die in Aktien dieser Länder investiert sind, zusätzliche Gewinne.

Fallen gleichzeitig japanischer Yen, Norwegische oder Schwedische Krone gegenüber dem Euro, müssen Fonds, die dort investiert sind, hingegen Währungsverluste hinnehmen.

Währungsrisiko bei Rentenfonds

Achten Sie vor allem bei Rentenfonds auf ein mögliches Währungsrisiko.

Wenn Sie sichere Rentenfonds suchen, sollten Sie solche wählen, die ausschließlich in Euro-Papiere investieren. Bei Aktienfonds sind die Kursschwankungen ungleich höher als bei Rentenfonds. Währungsschwankungen fallen dann nicht mehr so ins Gewicht.

Klumpenrisiken

Wollen Anleger es besonders gut mit der Streuung ihrer Anlagen machen, investieren sie oft in verschiedene Fonds, die aber häufig gleiche oder ähnlichen Anlageschwerpunkte aufweisen.

Wenn sie dabei allerdings nicht darauf achten, welche Werte in diesen Fonds enthalten sind, kann es zu sogenannten Klumpenrisiken kommen.

Denn wenn alle Fonds des Anlegers auf die gleichen Unternehmen (bei Aktienfonds) oder Emittenten (bei Rentenfonds) setzen, weil diese zum Beispiel besonders „in“ sind, steigt das Risiko des Investors, dass sein Gesamtvermögen besonders unter einer schlechten Entwicklung dieser Werte leidet.

Sie sollten daher regelmäßig zumindest die größten Positionen Ihrer Fonds überprüfen und Fonds mit sehr ähnlichen Anlagestrukturen austauschen, um Klumpenrisiken auszuschließen.

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