Inflation – Wie Du Dein Geld mit inflationsgeschützte Anleihen schützen kannst!

inflationsgeschützte anleihen

Inflationsgeschützte Anleihen – Eine gute Idee?

die Inflations-Raten dürften steigen, wenn die Wirtschaft wieder stärker geöffnet wird, davon gehen die meisten Experten aus – und das erwarte ich auch. In den Ländern, die bereits weiter in ihren Impf-Kampagnen sind, wie z.B. die USA, wird das früher der Fall sein als in anderen.

Speziell am Markt für US-Staatsanleihen war die Erwartung steigender Inflations-Raten in den letzten Wochen in Form steigender nominaler Renditen spürbar. Da eine Anleihe einen festen Zinskupon hat, geht eine steigende Rendite mit fallenden Kursen einher.

Eine höhere Inflation bedeutet, dass das Geld-Vermögen an Kaufkraft verliert. Da drängt sich die Frage auf, wie man sein Geld davor schützen kann.

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Anleihen mit Inflations-Indexierung

Hier kommen inflationsindexierte Anleihen als Möglichkeit sein Geld mit Inflations-Schutz anzulegen ins Spiel.

Inflationsindexierte Anleihen werden in der Regel nur von Staaten emittiert.

In Deutschland sind inflationsgeschützte Staatsanleihen allerdings die Ausnahme, offizielle Informationen findest Du auf der Seite der Deutschen Finanzagentur.

In den USA dagegen sind die so genannten TIPS (Treasury Inflation protected Securities) stärker verbreitet. Informationen aus erster Hand gibt es auf Treasury Direct.

Doch zuerst einmal zur Erklärung:

Bei einer Anleihe bedeutet Inflationsindexierung in der Regel, dass der Nominalwert der Anleihe um die jährliche Inflations-Rate erhöht wird.

Dadurch steigt dann auch die nominale Zinszahlung, die sich aus dem prozentualen Zinskupon ergibt. Bei einer variabel verzinsten Anleihe würde nur der Zinskupon variieren.

Ein Beispiel: Wenn Du 10.000 Euro in eine inflationsindexierte Anleihe investierst, bekommst Du z.B. bei Fälligkeit nach einem Jahr nicht wie üblich die 10.000 Euro zurück, sondern zusätzlich einen Inflations-Ausgleich.

Bei 2 Prozent Inflation erhältst Du 10.200 Euro. Auch die vereinbarten Zinsen werden angepasst. Aus z.B. 1 Prozent Zinsen – das wären 100 Euro für die 10.000 Euro – werden 102 Euro.

Warum kauft also nicht jeder inflationsindexierte Anleihen?

Ganz einfach: Der Inflations-Schutz muss bezahlt werden, und zwar durch eine geringere feste Verzinsung („Zinskupon“) als bei Anleihen ohne Indexierung.

Wegen des Inflations-Ausgleichs ist z.B. die feste Verzinsung von indexierten Bundes-Anleihen deutlich niedriger als die von klassischen Bundes-Wertpapieren.

Wann sind inflationsgeschützte Anleihen sinnvoll?

Inflationsindexierte Anleihen sind daher nur dann besser als „normale“ Anleihen, wenn die Inflations-Rate in der Zukunft stärker steigt als aktuell erwartet.

Das war in den letzten Monaten der Fall, die Inflations-Erwartungen sind gestiegen.

Bei den Staatsanleihen ohne Indexierung hat das zu einem Kursrückgang geführt, während die Anleihen mit Inflations-Schutz sogar an Wert zugelegt haben.

Das zeigt sich z.B. wenn man zwei ETFs, die in Anleihen investieren, miteinander vergleicht.

Der ETF mit inflationsindexierten Anleihen hat sich deutlich besser entwickelt. Ich habe als Beispiel wegen der besseren Vergleichbarkeit zwei ETFs von iShares gewählt, es gibt auch ETFs anderer Emittenten.

inflationsindexierte bundesanleihe

Grundsätzlich bieten inflationsindexierte Anleihen also einen Inflations-Schutz, denn bei Fälligkeit wird der Rückzahlungswert der Anleihe quasi um die Rate der Geld-Entwertung erhöht.

Wer eine inflationsgeschützte Anleihe kauft, weiß sicher, welche reale Rendite er nach Abzug der Inflation jährlich erzielt, sofern er sie bis zum Ende der Laufzeit hält.

Allerdings bleibt der reale Wert des angelegten Geldes – die Kaufkraft – nur dann sicher erhalten, wenn die Rendite zum Kaufzeitpunkt einer inflationsindexierten Anleihe positiv ist.

Das ist bei den deutschen Bundes-Anleihen seit längerer Zeit nicht mehr der Fall, weder bei denen ohne Inflations-Schutz noch bei denen mit Indexierung.

Die bis 2033 laufende inflationsindexierte Bundes-Anleihe mit der ISIN: DE0001030583 hat z.B. aktuell eine Rendite von -1,51 Prozent pro Jahr.

Diesen Preis müssten Anleger also für einen Inflations-Schutz zahlen. Das lohnt sich nur dann, wenn die Inflations-Rate auch in Zukunft stärker steigt als erwartet und die Minus-Rendite beim Kauf ausgleicht.

Noch wichtig: Dass der Nominalwert der Anleihe bei Deflation, also einem sinkenden Preisniveau fällt, ist in aller Regel ausgeschlossen. Nur bei den Staats-Anleihen weniger Länder ist das nicht der Fall, darunter Großbritannien, Japan und Kanada.

Wie in inflationsgeschützte Anleihen investieren?

Die Berechnung der nominalen Zinszahlung und des Nominalwerts bei Fälligkeit der Anleihe ist durchaus kompliziert und wird in Deutschland von der Bundesfinanzagentur vorgenommen.

Als Referenz-Index für den Inflations-Ausgleich dient in Deutschland der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI).

Wegen der Komplexität der Berechnung weiß man auch nicht so genau, welchen Preis man für eine inflationsindexierte Anleihe beim Kauf wirklich zahlen muss – der Preis von Anleihen wird in Prozent des Nominalwerts angegeben.

Das macht die Auswahl und den Kauf einzelner Anleihen für Privatanleger ohne genaues Marktwissen schwierig. ETFs mit inflationsindexierten Anleihen sind da sehr viel einfacher zu handhaben. Allerdings gibt es auch hier eine breite Auswahl, manche ETFs investieren in den globalen Anleihe-Markt, andere haben einen regionalen Schwerpunkt.

Es gibt auch Unterschiede hinsichtlich der Auswahl der Laufzeiten der Anleihen und es sind auch Anleihe-ETFs mit Währungs-Sicherung (EUR hedged) verfügbar.

inflationsgeschützte anleihen

Du solltest auch Inflations-Schutz nicht mit Schutz vor Wert-Verlust vergleichen.

Die Kurse der Anleihe-ETFs können stark schwanken, wie der Kurssturz in der Corona-Krise zeigte.

„Schutz“ vor Wert-Verlust bieten die ETFs also nicht.

In den USA sind inflationsindexierte Anleihen am stärksten verbreitet.

In den weltweit streuenden Anleihe-ETFs haben daher die US-Anleihen einen großen Anteil. Beim iShares Global Government Bond ETF beträgt dieser Anteil 42%, auf den Plätzen folgen dann Japan mit 21% und Frankreich und Italien mit je etwa 10%.

Mit einem global streuenden ETF diversifizierst Du natürlich etwas das Risiko, allerdings sind die Inflations-Erwartungen zuletzt besonders in den USA gestiegen. ETFs, die ausschließlich auf US-Staatsanleihen setzen, performten daher in den letzten Monaten etwas besser.

Besonders gut entwickelte sich der ETF mit US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 0 bis 5 Jahren (iShares ICE TIPS 0-5). Das liegt daran, dass vor allem die Inflations-Erwartungen für kürzere Laufzeiten gestiegen sind.

Das könnte so bleiben, wenn die Inflations-Erwartungen in den USA weiter steigen. Ob das so kommt, daran scheiden sich die Geister.

Der US-Notenbank-Chef Powell und die Finanz-Ministerin Yellen rechnen nur mit einem zeitlich begrenzten Inflations-Schub, nicht mit einem dauerhaften Anstieg der Inflations-Rate.

Mein Fazit

Ein Anstieg der Inflation ist von den Notenbanken durchaus gewünscht.

Ich denke, dass wir auch in den nächsten Jahren höhere Inflations-Raten sehen werden, allerdings rechne ich nicht mit einer galoppierenden Geldentwertung.

Doch schon 2 Prozent Inflation fressen den realen Wert des Geldvermögens auf, wenn es keine Zinsen gibt.

Wie Du vermutlich weißt, halte ich Sachwerte wie z.B. Aktien, Gold, Bitcoin und Immobilien für den besten Schutz gegen Geldentwertung. Inflationsindexierte Anleihen können da aus meiner Sicht nicht mithalten, bieten aber eine Möglichkeit von steigenden Inflations-Erwartungen zu profitieren.

Absoluten Schutz vor Wertverlust bieten inflationsindexierte Anleihen aber nicht, da deren Kurse auch mit der allgemeinen Entwicklung am Anleihe-Markt schwanken. Das gilt besonders auch für die entsprechenden ETFs.

Fabian Beining Investmentberatung

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