Häufige Fragen

Häufige Fragen


Allgemeine Themen

Was genau ist der Zinseffekt, und wie wirkt er sich aus?

Laut Albert Einstein ist der Zinseffekt die größte mathematische Entdeckung aller Zeiten. Welche Kraft dahinter steckt, verdeutlicht das folgende Beispiel: Angenommen, ein Anleger investiert 10.000 Euro und bekommt dafür jedes Jahr 6 % Zinsen. Lässt er sich diese Zinsen regelmäßig auszahlen, hat ihm das Investment nach zehn Jahren insgesamt 6.000 Euro Zinsen eingebracht, insgesamt stehen also 16.000 Euro zur Verfügung. Anders sieht die Rechnung aus, wenn die Zinsen jeweils am Ende des Jahres dem Investment zugeschlagen werden und ihrerseits Zinsen bringen. Der Mehrertrag beläuft sich also auf 1.908,49 Euro oder 11,9 %, die praktisch aus dem Nichts entstanden sind. Kleine Fische. Nicht, wenn Sie das Beispiel konsequent weiterrechnen. Im Laufe der Zeit nämlich wächst das Vermögen durch den Zinseszinseffekt immer schneller, nach 50 Jahren stehen bereits 184.201,54 Euro auf dem Konto. Lässt sich der Anleger den Ertrag Jahr für Jahr auszahlen, sind es nur 30.000 Euro Zinsen, vorausgesetzt natürlich, er hat die Zinsen nicht längst für andere, möglicherweise nebensächliche Dinge ausgegeben. Obwohl die Zusammenhänge banal sind, werden sie nur von den wenigsten Anlegern wahrgenommen und beherzigt. Sie gelten nicht nur für Rentenfonds, sondern ebenso für Aktienfonds und im Grunde für alle anderen Formen der Geldanlage. Deshalb spielt der Zinseszinseffekt auch bei der Altersvorsorge eine zentrale Rolle.

Was ist der Cost-Average-Effect?

Der Cost-Average-Effect (Durchschnittskosteneffekt) besagt: Wer regelmäßig einen festen Betrag in eine mit dem Auf und Ab der Börsen schwankende Anlageform einzahlt, kauft bei niedrigen Preisen relativ viele und bei hohen Preisen relativ wenige Anteile. Damit sichern die Anleger sich langfristig einen günstigeren Einstiegspreis, als wenn sie jeden Monat eine bestimmte Anzahl von Fondsanteilen kaufen würden. Der unbestrittene Nutzen von langfristigem Fondssparen hat nichts mit einem systematisch renditeerhöhenden Cost-Average-Effect zu tun. Lediglich für risikoaverse Anleger scheint ein psychologischer, emotionaler Wahrnehmungsvorteil interessant zu sein. Statistisch bringt der Cost Average-Effect keine langfristig höhere Rendite im Vergleich zur Einmalanlage, er reduziert nur die Volatilität. Der CAE bedeutet nicht automatisch, dass ein Anleger mit einer ratierlichen Investition gegenüber einem Anleger mit einer Einmalanlage Vorteile hat! Statistisch betrachtet ist sogar das Gegenteil der Fall.

Ist die Angst vor Aktienanlagen ein typisch deutsches Problem?

Ja ist es. Nicht nur in den USA und in England, sondern auch in Ländern wie Schweden gehört die Aktienanlage in fast jedes Portfolio. Die deutsche Abstinenz hat nicht nur etwas mit Furcht zu tun, sondern auch mit Unwissenheit und der Tatsache, dass speziell bei der Altersvorsorge die Lebensversicherung aufgrund ihres Steuerprivilegs über Jahrzehnte hinweg eine dominierende Rolle spielte. So lässt sich sagen, dass dieses typisch deutsche Problem auf die deutsche Versicherungswirtschaft zurückgeht.

Was ist Volatilität?

Volatilität bedeutet sinngemäß auf und ab. Die entsprechende Kennzahl beschreibt, wie stark der Preis eines Fondsanteils über einen bestimmten Zeitraum schwankt. Dazu wird der durchschnittliche Anteilspreis in einer bestimmten Zeit berechnet, meistens über 36 Monate. Anschließend wird gemessen, wie weit sich der Anteilspreis in dieser Zeit vom Durchschnittswert entfernt hat. Man errechnet also die Schwankungsbreite um den Mittelwert herum. Je größer diese ist, desto volatiler und damit risikoreicher ist ein Fonds, diese höheren Risiken sollten nur in Erwartung höherer Chancen eingegangen werden.

Was ist ein Sharpe-Ratio?

Nach dem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler W.F. Sharpe benanntes Maß für die Überschussrendite in Bezug auf eingegangenes Risiko. Als Überschussrendite wird die risikolose Rendite definiert, die über ein Festgeld hinausgeht. Dabei wird zuerst die risikolose Verzinsung von der Performance des Fonds abgezogen, und anschließend das Ergebnis durch die Volatilität dividiert

Investmentfonds

Warum spricht man bei Fonds über eine hohe Risikostreuung?

Ein Investmentfonds streut das Geld der Anleger über viele verschiedene Wertpapiere. Im Idealfall werden dadurch Verluste, die einzelne Aktien oder Anleihen im Fonds-Topf verursachen, durch die Gewinne anderer Papiere aufgefangen. Zwar gelingt dies in Phasen, in denen es an der Börse generell schlecht läuft, nur in Ausnahmefällen. Trotzdem schwankt der Anteilpreis eines ohne regionale oder sonstige Beschränkungen anlegenden Aktienfonds in der Regel deutlich weniger als der Depotwert eines Anlegers, der aufgrund seines finanziell beschränkten Spielraums lediglich an fünf oder sechs börsenorientierten Unternehmen beteiligt ist.

Warum ist es überaus bequem, die Anlageform des Fonds zu wählen?

Um mit der Direktanlage auf Dauer attraktive Renditen zu erzielen, muss sich ein Anleger regelmäßig um sein Geld kümmern. Gibt es Entwicklungen, die eine im Depot enthaltene Aktie plötzlich zu einem schlechten Investment machen? Hat die Bank den limitierten Kaufauftrag richtig ausgeführt? Wenn eine Anleihe ausgelaufen ist, wie soll das frei werdende Geld wieder angelegt werden? Was ist mit den ausgeschütteten Zinsen? Ein breit streuender, alle Erträge automatisch wieder anlegender Fonds erspart Stress und Lauferei.

Ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals angesichts der für einen Fonds charakteristischen Risikostreuung ausgeschlossen?

Wenn ein Aktienfonds in 40 oder 50 verschiedene Titel investiert, dann tendiert das Risiko, dass alle dahinterstehenden Unternehmen zum selben Zeitpunkt Insolvenz anmelden und somit der komplette Einsatz verloren ist, tatsächlich gegen null. Das ist der große Vorteil eines Fonds gegenüber einem Einzelinvestment. Dennoch kann es an der Börse immer wieder zu Situationen kommen, in denen einzelne Marktsegmente unter extremen Verkaufsdruck geraten.

Was kostet der Kauf eines Fonds? Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Das hängt davon ab, welchen Fonds Sie kaufen und wo Sie ihn kaufen. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Ihr Geld von einer Investmentgesellschaft managen lassen möchten, zahlen Sie dafür quasi ein Eintrittsgeld, einen Ausgabeaufschlag. Diese Gebühr variiert von Anbieter zu Anbieter, meistens beträgt sie jedoch für Kurzläuferfonds ein Prozent, für Rentenfonds drei Prozent und für Aktienfonds fünf Prozent. Geldmarktfonds dagegen sind meist ohne Aufschlag zu haben. Mit dem Ausgabeaufschlag decken die Anbieter Ihre Vertriebskosten, er fließt also als eine Art Honorar an den Vermittler der Fondsanteile. Zusätzlich werden Verwaltungskosten, die je nach Fonds stark schwanken, fällig. In unsere Investmentberatung rabattieren wir den Ausgabeaufschlag zu 100%.

Sind Aktieninvestmentfonds volatil?

  • Ja, Aktienfonds unterliegen in der Regel stärkeren Schwankungen als die anderen klassischen Kapitalmärkte.
  • Daher empfiehlt sich ein Anlagehorizont von 7 Jahren und länger, um auch bei möglichen Schwankungen die angestrebte positive Rendite zu erzielen.


Sind internationale Aktienfonds die beste Investition in die Altersvorsorge?

Grundsätzlich ja. Anleger, die einen global streuenden Aktienfonds im Depot hatten, verloren zwischen März 2000 und März 2003 im Durchschnitt statt 73 % nur 52 %. Wobei es zwischen den einzelnen Fonds extreme Abweichungen gab: Einige schafften es, die Verluste auf weniger als 20 % zu begrenzen, andere schnitten mit einem Minus von mehr als 80 % beinahe so schlecht ab wie ein Technologie- oder Neuer Markt-Fonds. Das hat sicher zu einem gewissen Grad damit zu tun, dass es gute und schlechte Fondsmanager gibt. Jedoch sind die enormen Unterschiede auch auf die unterschiedlichen Anlagekonzepte und Managementstile zurückzuführen.


Welche unterschiedlichen Anlagestile gibt es bei Aktienfonds?

Es gibt wachstumsorientierte Growth Ansätze und eher substanzorientierte Value Ansätze. Letztere nehmen in erster Linie Papiere in den Fonds, die gemessen am Buchwert des betreffenden Unternehmens (etwa Summe aller Grundstücke, Maschinen oder Patente) unterbewertet erscheinen und zudem über hohe frei verfügbare Geldmittel (Cashflow) verfügen. Charakteristisch für ein solches Unternehmen sind auch stille Reserven und eine vergleichsweise niedrige Verschuldung. Demgegenüber achtet ein Growth Manager vor allem darauf, ob und in welchem Umfang Umsätze und Gewinne der jeweiligen Firma steigen. Der augenfälligste Unterschied: Growth Fonds sind größeren Schwankungen unterworfen. Das rührt daher, dass Wachstumsaktien im Verhältnis zu ihrem Gewinn meist zu deutlich höheren Preisen gehandelt werden als Substanztitel.

Nachhaltige Investmentfonds

Wofür steht die Abkürzung ESG?

E – environmental / Umwelt
S – social / Soziales
G – governance / gute Unternehmens- bzw. Staatsführung

Was sind die drei gängigsten Ansätze Nachhaltigkeit in Investmentfonds zu berücksichtigen?

  • Best in Class
  • Negativscreening
  • Positivkriterien


Welcher Nachhaltigkeitsansatz ist besser geeignet, um Mindestkriterien zu berücksichtigen?

Mit einem Negativ-Screening hat man die Möglichkeit, harte Ausschlusskriterien in Form von Umsatztoleranzen zu definieren. Diese bestimmen den Anteil des Umsatzes, den ein Unternehmen in einem ausgeschlossenen Geschäftsfeld oder durch eine unerwünschte Praxis maximal machen darf, um in einer Anlage berücksichtigt zu werden. Für Staaten gelten absolute Negativscreenings.

Was besagt der Best Class Ansatz hinsichtlich des nachhaltigen Wirtschaftens?

Da ein Best in Class Ansatz durch seine Vergleiche innerhalb der Branche für sich allein stehend nicht ausreicht, um ein sinnvolles Maß an Nachhaltigkeit zu gewährleisten, kann dieser nur ergänzend verwendet werden.

Was bedeutet der Begriff Engagement in Bezug auf nachhaltige Investmentfonds?

Engagement beschreibt einen langfristigen Dialog von Investoren und Unternehmen mit dem Ziel, die Unternehmensführung unter Berücksichtigung von sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien zu gewinnen. Dies beinhaltet unter anderem den direkten Kontakt zu Unternehmen, Gespräche mit anderen Organisationen und Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft. Der Ansatz geht über die bloße Stimmenabgabe bei der Hauptversammlung hinaus


Was versteht man unter Impact Investment?

Beim Impact Investment stehen das Verfolgen von bestimmten ökologischen und sozialen Zielen im Vordergrund, nicht allein die Rendite der Anlage. Investitionen in Unternehmen, Organisationen und Fonds mit der gezielten Absicht, neben einer positiven finanziellen Rendite messbare, positive Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesellschaft zu erzielen. Beispiele für Impact Investments sind Mikrofinanzierung und Social Business- oder Entrepreneurship-Fonds.


Was bedeutet FNG?

Das FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen) ist seit 2001 der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Das FNG-Nachhaltigkeitsprofil

  • dient als Orientierungshilfe bei der Auswahl nachhaltiger Publikumsfonds.
  • stellt Kunden und Finanzberatern überblicksartig die verwendeten Nachhaltigkeitskriterien und weitere Eckdaten zum Fonds zur Verfügung.
  • basiert auf der FNG-Matrix – einer Datenbank für alle Informationen rund um nachhaltige Publikumsfonds. Mit ihrer Hilfe können die ESG-Kriterien verschiedener Fonds einfach und schnell verglichen werden.


Was sind die aktuellen Mindestkriterien für eine Aufnahme als ethisch-nachhaltige Kapitalanlage be uns?

Eine 0 % Umsatztoleranz für folgende Bereiche:

  • Streubomben und Antipersonenminen
  • Massenvernichtungswaffen
  • Ausbeuterische Kinderarbeit
  • Menschenrechtsverletzungen

Darüber hinaus muss ein FNG-Nachhaltigkeitsprofil vorliegen.


Welche Gründe sprechen für die Nutzung eines FNG-Profils bei der Beratung zu nachhaltiger Geldanlage?

  • Transparenz bei der Definition des Begriffs „Nachhaltigkeit“
  • Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsansätze auf Fondsebene


Ist bei nachhaltigen Geldanlagen mit niedrigerer Rendite zu rechnen?

Nein. Alle größeren Studien, die wissenschaftlich zu dem Thema erstellt wurden, kommen zu dem Ergebnis, dass kein signifikanter negativer Effekt für die Rendite ersichtlich ist. Einige Studien bescheinigen einen positiven Renditeeffekt, wenn ESG-konform angelegt wird. Ca. 70 % des Anlageerfolges entsteht durch die Auswahl der Anlageklasse (Strategische Allokation), nicht von der Einzeltitelauswahl.


Sind nachhaltige Geldanlagen risikoreicher?

Nein. Das Risiko einer Geldanlage ist vor Allem eine Frage der Auswahl der Anlageklasse. Es kann daher keine grundsätzliche Aussage über das Risiko unterschiedlicher Fonds getätigt werden. Wenn die Anlage in der gleichen Anlageklasse ist, muss auch das Risiko ähnlich ausgestaltet sein. Tatsächlich ist eine geringere Kurs-Volatilität zu erkennen bei den Anlagen, die auf kontroverse Unternehmen mit regelmäßigen Skandalen verzichten. Dies ist bei Fonds mit nachhaltigen Anlagestrategien verstärkt der Fall.

Strategiegespräch vereinbaren

  1. Fülle das Kontaktformular aus und buche ein unverbindliches Kennlerngespräch
  2. Wir besprechen deine Wünsche und nehmen deine Daten für ein unverbindliches Angebot auf
  3. Wir präsentieren dir ein perfektes Angebot auf deine Bedürfnisse zugeschnitten

Fabian Beining, Alexanderstraße 3, 10178 Berlin