Haftpflichtversicherung erklärt – Das Wichtigste für Dich auf den Punkt gebracht

Einleitung Haftpflichtversicherung

Jeder macht mal Fehler. Doch was ist, wenn ein Fehler einen erheblichen Schaden verursacht?

Was passiert, wenn durch eine unachtsame Handlung jemand schwer verletzt wird? Nur wenige können vom Sparbuch mehrere 10.000 Euro für Krankenhaus- und Operationskosten aufbringen.

Hier hilft eine Haftpflichtversicherung. Sie sichert den Kunden vor Schadensersatzansprüchen ab und sichert gleichzeitig dem Geschädigtem seine Ansprüche.

Für wen ist eine private Haftpflichtversicherung sinnvoll?

Wer einem anderen einen Schaden zufügt, muss dafür Ersatz leisten, so steht es in §823 BGB.

Kleinere Schäden, wie eine zerbrochene Vase kann man meist problemlos ersetzen, doch Schäden, die andere Personen betreffen und deren Verletzung oder auch dauerhafte Beeinträchtigung zur Folge haben und zehn- oder hunderttausende Euro kosten, können den Schädiger in den Ruin treiben.

Für diesen Fall gibt es die Haftpflichtversicherung, die das Vermögen des Schädigers schützt und den Schadenersatz des Geschädigten sicherstellt.

Sie ist damit eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, was sich auch darin zeigt, das über 70% der Haushalte in Deutschland eine solche besitzen.

Die Haftpflichtversicherung ist für jedermann/frau geeignet und empfehlenswert, denn Haftpflichtschäden können von jedem ungewollt verursacht werden.

Für wen ist eine Haftpflichtversicherung sinnvoll?

Um im Falle des Falles nicht die eigene Existenz zu gefährden – denn man haftet unbegrenzt mit seinem gesamten Vermögen – sollte jeder eine Haftpflichtversicherung besitzen.

Die konkrete Ausgestaltung bestimmt sich nach den individuellen Umständen des Einzelnen.

Haftpflichtversicherungen sind auf Risiken von Privatpersonen ausgerichtet und werden als Single- oder Familienversicherungen angeboten.

Bei ersterer ist allein der Versicherungsnehmer, bei letzterer außer dem Versicherungsnehmer auch der Ehegatte bzw. mit dem Versicherungsnehmer wohnende Lebenspartner und die minderjährigen unverheirateten Kinder sowie unter Umständen weitere Personen versichert.

Volljährige unverheiratete Kinder sind unabhängig vom Wohnort bis zur ersten abgeschlossenen Berufsausbildung bzw. während der Ableistung des Wehr- oder Ersatzdienstes mit versichert.

Für Risiken, die sich mit dem Besitz von Haustieren ergeben, gibt es außerdem die Tierhaftpflichtversicherung und für Risiken als Eigentümer eines Haus bzw. Grundstückes die Haus- und Grundbesitzerhaftplichtversicherung.

Haftpflichtversicherung – Leistungen

Haftung vs. Deckung

Das zwischen dem Schädiger/Versicherungsnehmer und dem Geschädigtem/Anspruchsteller bestehende Rechtsverhältnis, die Haftung, ist von dem zwischen dem Schädiger und dem Versicherer, der Deckung zu unterscheiden.

Der Schädiger haftet in jedem Fall dem Geschädigten für den angerichteten Schaden, ganz gleich, ob er dieses Risiko versichert hat oder nicht.

Der Geschädigte selbst hat keinen Anspruch gegen den Versicherer – jegliche Verhandlungen des Versicherers direkt mit dem Geschädigtem z.B. über die Höhe des Schadenersatzanspruches, erfolgt in Vertretung des Schädigers.

Die durch die bestehende Versicherung vereinbarte Deckung hingegen beinhaltet nur genau bezeichnete rechtliche Eigenschaften, die auch der Höhe nach begrenzt ist. Somit ist die Deckung immer geringer als die Haftung.

Beispielsweise ist ein vorsätzlich herbeigeführter Schaden von der Haftpflichtversicherung nicht gedeckt, gleichwohl haftet der Schädiger dem Geschädigten aber dafür.

Die Deckung bezieht sich auf drei Bereiche:

  1. Personenschäden
  2. Sachschäden
  3. Vermögensschäden

Die Höhe der Deckungssummen beträgt nach Alternative A für Personen-, Sach-, oder Vermögensschäden 5.000.000 Euro bzw. nach Variante B 10.000.000 Euro. Dabei ist die Gesamtleistung des Versicherers pro Jahr auf das Doppelte dieser Summen begrenzt.

Aufgaben der privaten Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung hat die Aufgabe, das Vermögen des Versicherten gegen berechtigte oder unberechtigte Schadensersatzansprüche zu schützen.

Somit muss der Haftpflichtversicherer zunächst prüfen, ob ein Anspruch berechtigt oder unberechtigt ist.

Unberechtigte oder überhöhte Ansprüche hat der Versicherer abzuwehren, berechtigte dagegen inklusive der Folgeschäden zu befriedigen.

Leistungen der privaten Haftpflichtversicherung

Welche Risiken sind versichert?

Die Haftpflichtversicherung deckt Gefahren des täglichen Leben des Versicherungsnehmer als Privatperson ab, also jene, die sich aus §823 BGB ergeben.

In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung privater Risiken wird auf den Versicherungsschein und seine Nachträge, Erhöhungen und Erweiterungen verwiesen.

Risikobereiche sind:

  • Privat-, Hundehalter-, Reit- und Zugtierhaltung-, Haus- und Grundbesitzer-, Bauherren-, Gewässerschadenhaftpflicht.

Welche Personen sind versichert?

In der Haftpflichtversicherung ist außer dem Versicherungsnehmer auch sein

  • Ehegatte,
  • der eingetragene Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz,
  • wenn vereinbart auch der in häuslicher Gemeinschaft mit dem Versicherungsnehmer lebende Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
  • sowie unverheiratete Kinder

versichert.

Gegenüber Dritten sich auch Angestellte im Haushalt des Versicherungsnehmers während ihrer Tätigkeit versichert.

Haftpflichtversicherung – Versicherungssumme

§823 und §249 BGB verlangen grundsätzlich die Wiederherstellung des vor dem Schadeneintritt bestehenden Zustandes.

Es genügt jedoch, wenn der Ersatz in Geld geleistet wird. Danach darf der Geschädigte jedoch nicht besser gestellt werden, als vor dem Eintritt des Schadens.

Deshalb werden gebrauchte Sachen auch nur nach dem Zeitwert ersetzt.

Nach dem Gesetz haftet der Schädiger unbegrenzt. Diese Unbestimmtheit führt zu einem nicht kalkulierbaren Risiko für die Versicherungsgesellschaften, daher werden in der Haftpflichtversicherung Höchstgrenzen der Leistung festgelegt – die Deckungssummen.

Für darüber hinaus gehende Schäden haftet der Versicherungsnehmer allein.

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Haftpflichtversicherung – Wichtige FAQs

Im folgenden Abschnitt werden die Haftungsgrundsätze erläutert, also unter welchen Umständen und in welcher Höhe ein Schadenverursacher haftet und in welchen Fällen Ausnahmen gelten.

In welcher Höhe haftet der Privatkunde?

Die Höhe der Haftung im Schadenfall ist nach §249 BGB nicht begrenzt. Der Schädiger hat dem Geschädigten den gesamten entstandenen Schaden zu ersetzen.
Man haftet also unbegrenzt mit seinem gesamten Vermögen und bis zur Pfändungsgrenze auch mit seinem Einkommen- und das möglicherweise lebenslang.

Was ist unter Verschuldungshaftung zu verstehen?

Nach §823 BGB sind für die Haftung fünf Voraussetzungen erforderlich.
1) Das Verschulden (vorsätzlich oder fahrlässig)
2) die Rechtsgutverletzung
3) die Wiederrechtlichkeit
4) die Kausalität
5) die Deliktfähigkeit

Verschulden bedeutet, dass der Schädiger vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. Vorsätzlich handelt, wer weiß, dass er einen Schaden herbeigeführt und dies auch will. Fahrlässig handelt dagegen, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt z.B. durch Unachtsamkeit, Leichtsinn, Übermut, oder Nachlässigkeit.

Rechtsgutverletzung – Es muss ein durch §823 BGB geschütztes Rechtsgut verletzt worden sein. Dazu zählen das Leben, der Körper bzw. die Gesundheit eines Menschen, seine Freiheit, das Eigentum oder sonstige Rechte, welche z.B. Patent, Urheber, und Namensrechte umfassen.

Wiederrechtlichkeit – Dies ist dann der Fall, wenn der Schädiger keinen Rechtfertigungsgrund, wie zum Beispiel Notwehr, Notstand, oder die Einwilligung des Geschädigten vorweisen kann.

Kausalität – Zwischen der Handlung und dem entstandenen Schaden muss ein ursächlicher Zusammenhang bestehen.

Deliktfähigkeit – Der Schädiger muss deliktfähig sein, also schuldhaft handeln können. Dabei werden drei Stufen unterschiede. Kinder, die das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bewusstlose und Geisteskranke sind nicht deliktfähig. Kinder ab 7 und Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind beschränkt deliktfähig. Das bedeutet, dass danach gefragt wird, ob die betreffende Person die entsprechende Einsicht hatte, die Verantwortlichkeit ihres Verhaltens zu erkennen.

Was bedeutet Gefährdungshaftung?

Die Gefährdungshaftung leitet eine Ersatzpflicht daraus ab, dass der Besitz oder Betrieb einer Sache eine Gefahr für Dritte begründet, die zu einem Schaden führen kann.
Hier werden also kein Verschulden und keine Rechtswidrigkeit benötigt; es genügt, dass der Schädiger eine gefährliche Sache besitzt, zum Beispiel ein Tier hält oder ein Auto fährt.

Wie haften Minderjährige?

Minderjährige selbst haften nicht, sondern wie es immer so schön heißt: Eltern haften für Ihre Kinder. Diese Vorschrift findet sich in §832 BGB. Danach haftet der Aufsichtspflichtige, also in der Regel die Eltern, aber auch Großeltern, Tagespflegepersonen, Erzieher, Babysitter usw. für das Kind.

Welche Haftung gilt bei Aufsichtspflichtverletzungen?

Wenn es zu einem Schaden kommt, wird bei den Aufsichtspflichtigen ein Verschulden vermutet. Sie müssen nur dann nicht für den Schaden aufkommen, wenn sie der Aufsichtspflicht genügt haben oder der Schaden auch bei ordnungsgemäßer Aufsicht eingetreten wäre. Die Maßstäbe für eine ordentliche Aufsicht richten sich nach dem Alter, der Eigenart und dem Charakter des Kindes.

Fabian Beining Investmentberatung

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