EOS – Der Etherium-Killer?

EOS – DAS BETRIEBSSYSTEM FÜR DEZENTRALE ANWENDUNGEN

EOS ist ein weiteres Blockchain-Projekt von Dan Larimer, der bereits die dezentrale Social Media Plattform Steem und BitShares (dezentrale Kryptobörse) ins Leben gerufen hat.

EOS soll das Beste aus beiden Projekten vereinen.

Dan Larimer präsentierte das EOS-Projekt erstmals im Mai 2017 auf das Consensus 2017 in New York.

Entwickelt wurde das Projekt (EOS.IO Software) von Block.one, wobei das Entwicklerteam nicht für den Betrieb der Blockchain (Mainnet) selbst verantwortlich sei.

Der Betrieb wird stattdessen von sog. Block-Produzenten übernommen, von denen es 21 gibt (100 für Backup).

Diese Block-Produzenten validieren Transaktionen in einer halben Sekunde, andere Rechner im Netzwerk überprüfen die Ergebnisse.

Verhält sich ein Block-Produzent falsch, wählt das Netzwerk automatisch einen neuen Block Produzenten, der falsche Block wird überschrieben.

Unter dem Strich sieht sich EOS zunächst als weitere Plattform für intelligente Verträge, die mit Ethereum, NEO und anderen Smart Contract Plattformen konkurriert.

EOS Chart

Probleme, die EOS lösen will

EOS will eine Smart Contract* Plattform bieten, die enorm skalierbar und kostengünstig ist.

Dies bedeutet, dass Transaktionen zum einen für Nutzer kostenlos sind (Entwickler zahlen die Gebühren), zum anderen sollen Transaktionen alle 2 Sekunden bestätigt werden.

Dies erreicht EOS durch seinen Konsensus-Algorithmus* Delegated Proof of Stake (dPOS) und seinen 21 Block-Produzenten.

Dies bedeutet, dass Coin-Besitzer sog. Delegierte bzw. Block Produzenten wählen, welche Transaktionen auf der EOS Blockchain validieren.

Laien können sich dies wie im Parlament vorstellen, wo Wähler Delegierte bestimmen, die ihre Interessen vertreten.

Block-Produzenten können so viele Blöcke produzieren, wie diese Stimmen erhalten.

Verhält sich ein Block Produzent nicht wunschgemäß, kann dieser von der Gemeinschaft zu jeder Zeit abgewählt werden. Block-Produzenten werden vom EOS-System bezahlt (Kosten: 121 Mio. US-$ jährlich) und zwar durch die Ausgabe neuer Coins (Inflation).

Token-Ökonomie in EOS

Entwickler müssen bedenken, dass jede dezentrale Anwendung (dApp) auf EOS auch Ressourcen (Bandbreite, Rechenleistung, Speicher) verbraucht, denn alle Nachrichten und Kontobewegungen werden auf der EOS Blockchain gespeichert.

Dies bedeutet:

Block-Produzenten halten stets eine Kopie von allen Nachrichten und Dateien vor, die auf der EOS Blockchain gespeichert sind.

Auch veröffentlichen Block-Produzenten ihre vorhandenen Ressourcen (Bandbreite, Speicher, Rechenleistung), die von Entwicklern in Anspruch genommen werden können und zwar in Relation zur Anzahl der Tokens, die in einen Kontrakt fix geparkt (Staking) werden müssen.

Dies bedeutet für EOS-Investoren:

Je mehr dApps auf der EOS-Blockchain laufen und desto mehr Ressourcen (Bandbreite, Speicher etc.) diese benötigen, desto höher ist die Nachfrage nach EOS Coins.

Welche Funktion hat der EOS Coin?

Die Kryptowährung EOS dient auf der EOS Blockchain als Mittel, um Speicher- und Rechenleistung zu reservieren.

Hat ein Entwickler zum Beispiel 5% der EOS-Coins, hat dieser das Recht auf 5% der Rechenleistung, 5% des Speicherplatzes sowie 5% der Bandbreite. Außerdem haben EOS-Tokenhalter Stimmrechte und könen für Block-Produzenten abstimmen (Governance).

Wichtige Funktionen der EOS Blockchain

Mit EOS Storage bietet EOS auch ein dezentralisiertes Dateisystem an, wodurch Dateien permanent gespeichert werden.

Um Dateien zu speichern, muss der Nutzer EOS Token hinterlegen, die später wieder vollständig rückerstattet werden.

Block-Produzenten halten diese Daten auf der Blockchain für EOS Tokenhalter vor.

Inhalte können nicht verändert werden, ohne dass sich auch der Name der Datei ändert.

Um Inhalte wie z.B. defekte Apps zu reparieren (Code ändern etc.) oder Konten einzufrieren, müssen 15 der 21 BlockProduzenten zustimmen.

Außerdem können auf der EOS Blockchain verlorene Passwörter wieder hergestellt werden (Passwort Recovery). Ferner verfügt EOS über eine Funktion (Named Accounts), wodurch sich unübersichtliche Zeichenketten durch Kontonamen ersetzen lassen.

Jedes Konto kann dann unterschiedliche Rechte haben. Durch die Smart Contract Funktion lassen sich auch ICOs über die EOS Blockchain durchführen. Außerdem kann EOS Apps parallel ausführen.

Chancen:

Durch die hohe Skalierbarkeit und enormen Mittel (mehrere Mrd. US-$), die für den Ausbau des Ökosystems zur Verfügung stehen, kann sich EOS zu einer führenden Smart Contract Plattform entwickeln.


Risiken:

Entwickler müssen EOS-Token vorhalten, um Ressourcen zu reservieren – dies kann je nach benötigte Ressourcen schnell teuer werden. Dies könnte Entwickler eher abschrecken.