Finanzprodukte – Welche Finanzprodukte sind nicht an der Börse notiert?

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Welche Finanzprodukte sind eigentlich nicht an der Börse notiert?

Die Börse

Die Börse ist mehr als nur dir Wallstreet. Der Begriff definiert sowohl ein Gebäude als ach einen organisierten Markt, an dem vertretbare Vermögenswerte nach Zahl, Maß oder Gewicht gehandelt werden.

Rechtsgrundlage bietet das Börsengesetz (BörsG) aber auch das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID).

Nach dem Börsengesetz unterliegen alle Börsen in Deutschland der Börsenaufsicht der Bundesländer. Zu den Börsenorganen gehören:

  • Der Börsenrat
  • Die Börsengeschäftsführung
  • Die Handelsüberwachungsstelle
  • Der Sanktionsausschuss

Ihnen werden gemäß BörsG bestimmte hoheitliche Aufgaben übertragen. Eine davon ist der Erlass der Börsenordnung.

Wertpapierhandel

Grundsätzlich wird zwischen Wertpapierbörsen und Warenbörsen unterschieden, wobei die Wertpapierbörsen den Schwerpunkt des Börsenhandels bilden.

Der wichtigste deutsche Börsenplatz ist Frankfurt am Main mit der größten Wertpapierbörse (Frankfurter Wertpapierbörse – FWB) und der einzigen deutschen Finanzterminbörse, der EUREX.

Mit der Umsetzung der MiFID wurden die Reglungen zum Wertpapierhandel über die Börse umfassend vereinheitlicht und in §33a WpHG festgehalten.

Im Grundsatz gilt das Prinzip der bestmöglichen Ausführung von Kundenaufträgen (Best Execution).

Neben den börsennotierten gibt es auch in überwiegender Mehrheit die nicht-börsennotierten Aktiengesellschaften.

Nach Auskunft des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) gibt es in Deutschland rund 900 börsennotierte und über 17.000 nicht-börsennotierte Aktiengesellschaften.

Die Vorschriften für die Organisation als auch Regelungen zum Innen- und Außenverhältnis von Aktiengesellschaften sind im Aktiengesetz verankert.

Bei nicht-börsennotierten Aktiengesellschaften dürfen Aktionäre ihre Aktien nicht jederzeit frei an der Börse veräußern. Je nach Ausgestaltung der vertraglichen Vereinbarung ist hierzu die Zustimmung der Mehrheit der Aktionäre erforderlich.

Nach den Bestimmungen des BörG besteht ausschließlich für börsennotierte Aktiengesellschaften die Möglichkeit, sich über die Börse „frisches“ Kapital zu beschaffen.

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Offene Investmentvermögen

Im Rahmen der Umsetzung der AIFM-Richtlinie wurden durch den deutschen Gesetzgeber im Mai 2013 verschiedene Rechtsgrundlagen novelliert bzw. neu erlassen.

Hierzu gehören neben dem WpHG das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und der Wegfall des Investmentgesetzes. Schwerpunkt sind die Neuregelungen zu offenen und geschlossenen Fonds, die seither gleichermaßen durch das KAGB reguliert werden.

Demnach benötigt eine Kapitalverwaltungsgesellschaft, die offene oder geschlossene Fonds verwaltet eine schriftliche Erlaubnis durch die Aufsichtsbehörde (BaFin).

Unterschied offene und geschlossene Fonds

Während bei geschlossenen Fonds das Rückgabe- oder Kündigungsrecht nur am Ende der Fondslaufzeit besteht, können Anleger bei offenen Investmentfonds ihre Anteile oder Aktien mindestens einmal pro Jahr zurückgeben.

Außerdem gibt es keine festgelegte Anzahl von Anteilen, und die Höhe des Sondervermögens ändert sich laufend, da jederzeit von der Kapitalverwaltungsgesellschaft neue Anteile ausgestellt werden können.

Konkret handelt es sich bei offenen Investmentvermögen um Wertpapiere, Investmentanteile und Immobilien.

Bei den offenen Investmentvermögen wurden die gesetzlichen Regelungen aus dem InvG größtenteils übernommen.

Wie bisher sind sie als Sondervermögen einer Kapitalgesellschaft möglich, können aber nunmehr auch als Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital oder in der Form einer offenen Investmentkommanditgesellschaft aufgelegt werden, sofern der Anlegerkreis auf professionelle und semi-professionelle Anleger beschränkt ist.

Man unterscheidet bei den offenen Publikums-Investmentvermögen zwischen

  • OGAW-Investmentvermögen
  • gemischte – Wertpapiere, Geldmarktinstrumente, Investmentanteile sowie Derivate
  • sonstige Investmentvermögen – z.B. Edelmetalle oder unverbriefte Darlehensforderungen
  • Dach-Hedgefonds
  • Immobilien-Sondervermögen

Während ein offenes Investmentvermögen in der Form des Sondervermögens auch an Immobilien und Anteilen an Immobiliengesellschaften erwerben kann, ist dieser Erwerb den sonstigen Investmentvermögen untersagt.

Offene Spezial-AIF (Alternative Investmentfonds) dürfen gemäß KAGB grundsätzlich in sämtliche Vermögensgegenstände investieren, sofern sie nur an professionelle und semi-professionelle Anleger vertrieben werden.

Typisch für offene Spezial-AIF ist der Grundsatz der Risikomischung und das Verbot der Kontrolle über nicht-börsennotierte Unternehmen.

Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich überwiegend um Finanzinstrumente (Aktien oder vergleichbare Anteile an Gesellschaften, Derivate, Optionen etc.).

Neu ist auch, dass Private-Equity-Fonds etwas nur noch als geschlossene Fonds aufgelegt werden können.

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Geschlossene Investmentfonds

Wie der Name „geschlossen“ schon sagt, sind geschlossene Investmentfonds nur für eine eingeschränkte Anzahl von Anlegern gedacht, da es sich nicht um eine reine Kapitalanlage, sondern vielmehr um eine unternehmerische Beteiligung an beispielsweise gewerblichen Immobilien, Schiffen, Windkraftanlagen handelt.

Diese Anlageform bietet zwar große Chancen (direkte Ertragsbeteiligung, steuerliche Vorteile), aber auch hohe Risiken (Totalverlust des eingesetzten Kapitals).

Bei geschlossenen Fonds haben Anleger nur am Ende der Fondslaufzeit das Recht auf Rückgabe oder Kündigung.

Bisher waren geschlossene Fonds weitgehend unreguliert. Dies hat sich mit dem KAGB geändert.

Zukünftig unterstehen die Kapitalverwaltungsgesellschaften (OGAW/AIF), die geschlossene Investmentvermögen verwalten, ebenfalls der Aufsicht der BaFin und müssen von ihr zugelassen werden.

Zu den gesetzlichen Auflagen gehören u.a.

  • ein liquides Anfangskapital
  • liquide Eigenmittel in Höhe von mindestens einem Viertel der Kosten des Vorjahres
  • eine Haftpflichtversicherung

Genossenschaftsanteile

Die Alternative zum Tagesgeld oder Sparbuch sind Genossenschaftsanteile, die von Genossenschaftsbanken oder Wohnungsbaugenossenschaften angeboten werden.

Anleger erhalten hier eine jährliche Gewinnbeteiligung (Dividende) in Höhe von 3-6%.

Der attraktive Zinssatz birgt allerdings auch negative Aspekte:

  • lange Laufzeiten
  • Umfangreiche Kündigungsfristen

Genossenschaftsanteile sind eine Form des unternehmerischen Engagements.

Bei Insolvenz des Unternehmens droht nicht nur der Totalverlust des eingelegten Kapitals, sondern Anleger haften auch (je nach Satzungsvereinbarung) für das Unternehmen.

Genussrechte

Genussrechte gehören zum sogenannten Mezzanin-Kapital. Hierbei handelt es sich um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital (Aktie und Schuldverschreibung).

Genussrechte sind als schuldrechtlich begründete Finanzierungsmittel mit mitgliedsschaftstypischen Vermögensrechten ausgestattet.

Genussrechtsinhaber (Kapitalgeber) sind natürlich Personen, institutionelle Anleger oder aber Mitarbeiter des emittierenden Unternehmens (Kapitalnehmer) im Rahmen einer Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung.

Genussrechte sind eine deutsche Erfindung des 19.Jahrhunderts und kommen in der Gegenwart ausschließlich in Deutschland, Österreich, und der Schweiz vor.

Im Juli 1882 wurde die Besteuerung festgelegt, die im Reichstempelgesetz vom 27. April 1894 verankert wurde.

Rechtliche Grundlagen bilden heute das Schuldrecht sowie das Handels- und Gesellschaftsrecht (z.B. Aktiengesetz).

Wie Aktien können Genussrechte als Genussscheine verbrieft werden. Man unterscheidet zwischen Inhaber-, Order- und Namenspapieren oder nicht-verbrieften Genussrechten.

Als Beteiligungsform ist das Genussrecht ein rein schuldrechtliches Kapitalüberlassungsverhältnis.

Der Genussrechtinhaber verpflichtet sich gegenüber dem Genussrechtsemittenten, das Genussrechtskapital zur Verfügung zu stellen.

Aus dieser Verpflichtung leiten sich gegenüber dem Genussrechtsinhaber verschiedene Vermögensrechte (Gewinnbeteiligung, Optionsrechte), wobei sogenannte Verwaltungsrechte (Stimmrechte) nicht dazugehören.

Weitere Bedingungen sind vertraglich geregelt. So etwas die Laufzeit mit einem fixen Beedigungszeitraum bzw. einer Mindestlaufzeit, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe Ausschüttungen erfolgen oder aber die Endfälligkeit der Genussrechte.

Allerdings ist der Anleger nicht nur am Gewinn, sondern auch am Verlust des Unternehmens beteiligt.

Fabian Beining Investmentberatung

Über den Autor

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