Betriebliche Altersvorsorge – Die wichtigsten Fakten

Betriebliche Altersvorsorge – Grundlagen

Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) stellt neben der gesetzlichen und der privaten Vorsorge eine dritte Säule in der Alterssicherung der Menschen in Deutschland dar. Aufgrund der Schwächen im System der gesetzlichen Rentenversicherung gewinnt sie dabei immer mehr an Bedeutung. Der Staat unterstützt die bAV auch deswegen so intensiv, um Altersarmut in der Bevölkerung zu minimieren. Insgesamt gibt es 5 mögliche Durchführungswege für betriebliche Altersversorgungen:

  • Direktzusage
  • Unterstützungskasse
  • Pensionsfonds
  • Pensionskasse
  • Direktversicherung

Arbeitsgeber vs. Arbeitnehmer

Für Arbeitgeber bietet die betriebliche Altersvorsorge eine Möglichkeit, Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen zu binden. Zwar sind die meisten Zusagen inzwischen portabel, aber es entsteht doch zumindest eine emotionale Bindung. Auch bei der Akquisition neuer Mitarbeiter kann das Angebot einer Betrieblichen Altersvorsorge ausschlaggebend sein. Auch für die gesamte Mitarbeiterzufriedenheit ist eine betriebliche Altersvorsorge von Bedeutung. Schließlich kommt ein Arbeitgeber mit Einrichtung einer Betrieblichen Altersvorsorge auch seiner sozialen Verantwortung nach.
 
Arbeitnehmer erhalten entweder eine für sie aufwandsfreie zusätzliche Altersversorgung (arbeitgeberfinanziert) oder haben die Möglichkeit, sich staatlich gefördert eine weitere Säule in ihrer Altersversorgung zu erstellen (arbeitnehmerfinanziert).

Lass dich professionell und unabhängig beraten

4 wichtige Fakten betriebliche Altersvorsorge

01. Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung

Die betriebliche Altersvorsorge unterscheidet man grundsätzlich in arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierte Zusagen. Die arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge wird auch Entgeltumwandlung genannt, da hier ein Teil des monatlichen Gehaltes nicht an den Arbeitnehmer ausgezahlt, sondern in einen Beitrag zu einer Lebens- oder Rentenversicherung umgewandelt wird.

Seit dem 1.1.2002 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die Nutzung dieser Möglichkeit der Entgeltumwandlung.

Dieses Recht ist allerdings auf maximal 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) zur gesetzlichen Rentenversicherung begrenzt. Der Arbeitnehmer kann auf den Abschluss einer Direktversicherung bestehen, wenn der Arbeitgeber die Entgeltumwandlung nicht über eine Pensionskasse oder eine Pensionsfonds durchführt.

Schließlich hat der Arbeitnehmer neben dem Anspruch auf die Umwandlung auch den auf einen Zuschuss in Höhe von 15 % des umgewandelten Entgeltes durch den Arbeitgeber, soweit dieser durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. 

02. Unverfallbarkeit

Ein Arbeitnehmer hat nicht von Beginn an Anspruch auf die Leistungen aus einer arbeitgeberfinanzierten bAV. Um sogenannten unverfallbare Ansprüche zu erhalten, muss die Zusage zum Eintritt des Versicherungsfalls mindestens 3 Jahre bestanden haben und der Arbeitnehmer muss das 21. Lebensjahr vollendet haben.

Sind beide Bedingungen erfüllt, behält der Arbeitnehmer seine Anwartschaft auch dann, wenn er das Unternehmen verlassen sollte. Eine freiwillige Besserstellung des Arbeitnehmers durch seinen Arbeitgeber ist jederzeit möglich.

03. Portabilität

Der Arbeitnehmer kann die Zusage zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Im Falle einer arbeitgeberfinanzierten bAV müssen allerdings unverfallbare Ansprüche vorhanden sein. Der neue Arbeitgeber übernimmt die Rolle des Versicherungsnehmers.

04. Private Fortführung

Der Arbeitnehmer wird selbst Versicherungsnehmer und zahlt Beiträge aus seinem Nettoeinkommen in die Versicherung. Aus steuerlicher Sicht findet in diesem Moment ein Wechsel der Schicht gem. Alterseinkünftegesetz statt (von Schicht 2 in Schicht 3).

Direktversicherung

Bei dieser Form der bAV schließt der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter eine klassische oder fondsgebundene Kapitallebens- oder Rentenversicherung ab. Der Arbeitgeber ist also Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer ist die versicherte Person.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie eine Direktversicherung finanziert werden kann. Entweder bezahlt der Arbeitgeber die Beiträge (arbeitgeberfinanziert), der Arbeitnehmer leistet die Beiträge im Rahmen einer Gehaltsumwandlung (arbeitnehmerfinanziert) oder beide Parteien teilen sich den Aufwand (mischfinanziert).

Arbeitsrechtliche Aspekte der Direktversicherung

Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer bezugsberechtigt für die Leistungen im Erlebensfall. Dieses Bezugsrecht ist im Falle der arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherung von Beginn an unwiderruflich.

Tritt allerdings die Unverfallbarkeit ein, so darf der Arbeitgeber das Bezugsrecht nicht mehr widerrufen. Es wird dann automatisch unwiderruflich. Für den Todesfall gibt es im Gegensatz zur privaten Altersvorsorge ein festgelegtes Prinzip. Bezugsberechtigt für den Todesfall der versicherten Person sind (in dieser Reihenfolge):

  • der überlebende Ehegatte bzw. der namentlich genannte Lebensgefährte, der unter derselben Adresse wie die versicherte Person gemeldet ist
  • der Partner aus einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft
  • ein früherer Ehegatte
  • die kindergeldberechtigten Kinder

Gibt es keinen Hinterbliebenen gemäß dieser Regel, so wird ein Sterbegeld in Höhe von maximal 8.000 EUR (je nach Höhe des Deckungskapitals) fällig. Das restliche Deckungskapital fällt an die Versichertengemeinschaft.

Wird dem Arbeitnehmer zunächst nur ein widerrufliches Bezugsrecht eingeräumt, hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, die Versicherung ohne Zustimmung des Bezugsberechtigten abzutreten oder bis zur Höhe des Rückkaufswertes zu beleihen. Ist das Bezugsrecht unwiderruflich bedarf es der Zustimmung durch den Berechtigten. Für den Arbeitnehmer ist die Beleihung oder Abtretung seiner Ansprüche nicht möglich.

Pensionskasse

Grundsätzlich ist die Pensionskasse der Direktversicherung sehr ähnlich. Pensionskassen sind im Grunde kleine Lebensversicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Im Gegensatz zur Direktversicherung ist der Arbeitnehmer hier Versicherungsnehmer und versicherte Person und ist daher immer von Beginn an bezugsberechtigt. Außerdem ist in der Pensionskasse nur der Abschluss einer Lebensversicherung möglich, die die Beiträge noch dazu mündelsicher anlegen muss. 

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie eine Pensionskasse finanziert werden kann. Entweder bezahlt der Arbeitgeber die Beiträge (arbeitgeberfinanziert), der Arbeitnehmer leistet die Beiträge im Rahmen einer Gehaltsumwandlung (arbeitnehmerfinanziert) oder beide Parteien teilen sich den Aufwand (mischfinanziert). Handelt es sich um die arbeitnehmerfinanzierte Variante, so ist der Arbeitgeber seit Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) am 1.1.2018 verpflichtet, 15% des Umwandlungsbetrages (maximal 4% der BBG zur Rentenversicherung) als Zuschuss zu leisten. Diese Verpflichtung gilt allerdings nur, wenn der Arbeitgeber durch die Umwandlung eine Sozialversicherungsersparnis hat. Liegt das Einkommen des Arbeitnehmers oberhalb der BBG ist dies nicht der Fall und es bleibt bei einer rein arbeitnehmerfinanzierten bAV.

Arbeitsrechtliche Aspekte der Pensionskasse

Arbeitnehmer haben in der Pensionskasse von Beginn an ein unwiderrufliches Bezugsrecht. Für den Todesfall gibt es im Gegensatz zur privaten Altersvorsorge ein festgelegtes Prinzip. Bezugsberechtigt für den Todesfall der versicherten Person sind (in dieser Reihenfolge):

  • der überlebende Ehegatte bzw. der namentlich genannte Lebensgefährte, der unter derselben Adresse wie die versicherte Person gemeldet ist
  • der Partner aus einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft
  • ein früherer Ehegatte
  • die kindergeldberechtigten Kinder

Gibt es keinen Hinterbliebenen gemäß dieser Regel, so wird ein Sterbegeld in Höhe vom maximal 8.000 EUR (je nach Höhe des Deckungskapitals) fällig. Das restliche Deckungskapital fällt an die Versichertengemeinschaft.

Steuerliche Behandlung

Direktversicherungen und Pensionskassen fallen gem. Alterseinkünftegesetz in die Schicht 2. Demnach sind alle Leistungen aus der Versicherung zu 100% steuerpflichtig (nachgelagerte Besteuerung). Wie alle Rentenzahlungen fallen die Leistungen in die „sonstigen Einkünfte“.

Unabhängige Finanzberatung

Kontakt

Fabian Beining
Alexanderstraße 3
10178 Berlin

015121745691
Jetzt Termin anfragen!

Let´s connect

Unsere Leistungen

Investment

Altersvorsorge

Absicherungen